11.8.00: Kickers - Rot-Weiß Oberhausen 1:0 (1:0), Zuschauer: 5412

Eigentlich ist so eine kalte Dusche bei dämpfigen 26 Grad ja was schönes. Nur dann nicht, wenn sie von der eigenen Mannschaft kommt.
"Hä, was schreibt denn der für einen Mist", werdet ihr denken, "die Blauen haben doch gewonnen."
Doch dies wäre keine Bruddelpage, wenn man darauf nicht sofort mit "Ja, aber WIE?" antworten würde.

Das Spiel begann verhalten, es war warm, beide Mannschaft noch unsicher über ihr Potential nach der langen Vorbereitung. Die Zuschauer, schon vor dem Spiel durch Ballermann 6-mäßiges Gefasel genervt ("..so, wir stehen jetzt alle auf und klatschen in die Hände..." Hilfe...), blieben ruhig, beklatschten freudig jede schöne Aktion, aber sie hatten nicht viel zu tun. Man konnte in Ruhe mal die neuen Spieler beobachten, von denen vor allem Mark Zimmermann durch viel Einsatz und gute Ballkontrolle auffiel. Nur mit der Übersicht haperte es bei den Blauen, der Zufall regierte wie einst in 99/00. Penksa, der neue Spielmacher, spielte zwar einsatzfreudig, konnte aber keine Richtung vorgeben.
Dennoch war er es, der durch eine Energieleistung das 1:0 erzwang. RWO-Keeper Oliver Adler hatte die Augustsonne wohl den Denkapparat schön knusprig angebraten, denn durch seine Lethargie beim Abspiel nach vorne konnte Penksa einen Preßschlag gegen ihn erzwingen und auch gewinnen. Mühelos schob er in der 18. Minute zur blauen Führung ein.
Es folgten die blauen Minuten. Vor allem Zimmermann und Cassio zeigten einiges an Spielfreude und wirbelten die RWO-Abwehr durcheinander. Nur wenige Minuten nach der Führung endete so eine Kombination am Innenpfosten.
Doch der Schwung verpuffte schnell wieder und richtige Torchancen blieben bis zur Halbzeit Mangelware.

Kommen wir zur 2. Halbzeit und zu oben angesprochener kalter Dusche. Die zweite Halbzeit bestand eigentlich nur aus einer 45-minütigen blauen Arbeitsverweigerung. Spiel nach vorne fand nicht statt, gerade mal zwei Konter, die den Namen auch verdienten, brachten die Blauen zustande, einen davon in der Nachspielzeit. Ohne ersichtlichen Grund hatten die Kickers das Fußballspielen erst ziemlich, nach der Auswechslung von Penksa (geht in Österreich ein Spiel nur 60 Minuten, deswegen keine Kraft mehr?) dann völlig aufgegeben.
Allerdings boten die meisten RWO-Angriffe ein Bild des Schreckens. Selten habe ich eine hilflosere Mannschaft gesehen. Gefahr entstand fast nur aus Standardsituationen und wenn die Kickers-Abwehr, die nicht gerade sicher wirkte, mal keine Mittel mehr hatte, verhinderte der beste Mann auf dem Platz, die neue Kickers-Nr. 1, Sead Ramovic, mit Klasseparaden das allerschlimmste

Angesichts der zweiten Halbzeit kann man über das Spiel nur das Mäntelchen der Barmherzigkeit decken, doch die Befürchtung, auch dieses Jahr wieder nur Gewürge und Abstiegskampf zu sehen, hat eine Menge Nahrung bekommen.  Im Mittelfeld herrscht das Vakuum, weder Pleuler noch Penksa drängten sich offensiv so richtig auf. Vorne gilt angesichts der lustlosen Vorstellung von Meissner das Prinzip Hoffung do Brasil in Form von Silvinho, der leider noch keine Freigabe erhalten hatte.
Die Vorstellung, den Kickers  die nächsten 33 Spieltage beim Beton mischen zuzusehen, jagt mir den kalten Schauer den Rücken runter. Ah, da ist sie ja wieder die Kälte, die gerade nur auf dem Rücken zu spüren ist...hoffentlich nur dort.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Etwas divenhaft in der Gestik, aber sonst sehr souverän und korrekt. Nur sein Assistent benötigt mal wieder dringend eine Abseits-Nachschulung.

Bruddler des Tages:
"Jetzt müßt noch der Feichtenbeiner auf der Bank sitzen, dann wäre wieder alles so schlimm wie früher."

Spruch des Tages:
Fan1: "Der Heberle wird zum richtigen Publikumsliebling."
Fan2: "Mein Publikumsliebling spielt jetzt in Ulm."


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