Jetzt geht das wieder los, diese Spiele mit dem Herzinfarkt-Beschleunigseffekt und der Fanschnellalterung. Und nur, weil 3 Heimspiele in einer Woche für die Blauen kräftemäßig offensichtlich zuviel ist. Oder lag's am regnerischen Wetter?
Zunächst sah es aber ganz gut aus. Schon nach 2 Minuten
versenkte Blessin den Ball, doch der Schiri entschied auf Abseits, naja,
aus meiner Position schwer zu beurteilen. Gleich danach noch zwei weitere
Chancen durch Kümmerle und wieder Blessin und alle warteten nur auf
das 1:0.
Doch nach 15 Minuten schlief der Kickers-Drang zum Tor
ein, die Stürmer liefen nicht wie die Wochen zuvor jeden Weg und sparten
Kraft, im Mittelfeld lief es nicht so rund und Ahlen bemühte sich
in keiner Weise um offensive Aktivitäten, nicht eine vernünftige
Torchance brachten sie in den ersten 45 Minuten zusammen.
Nicht viel besser die Kickers, zäh rangen beide
Mannschaften im Mittelfeld um jeden Ball, Torchancen, nein danke. Erst
gegen Ende der Halbzeit bekamen die Blauen wieder etwas Übergewicht
(auf dem Feld, nicht am Bauch), zwingendes suchte das Auge des Betrachters
aber vergeblich.
Nach dem Wechsel alles besser? Mitnichten, Ahlen noch
mehr drauf bedacht, das Ergebnis zu halten und den einen oder anderen Konter
zu fahren wurde eher gefährlich als die Kickers. Auf der Tribüne
verzettelten sich die Bruddler mit dem Schiedsrichter und seinen teilweise
merkwürdigen Entscheidungen, auf dem Platz schien jeder um jeden Pfiff
und die dazugehörige Verschnaufpause froh zu sein.
In der Mitte der zweiten Halbzeit glichen die Ahlener
bei den Abseitstoren aus und erste Verschleißerscheinungen in der
von Keuler sonst gut organisierten Abwehr wurden sichtbar. Eine der Fehlstellen
nutzte Arnold in der 71. Minute zum 0:1, von allen
Kickers-Geistern und Gegenspielern verlassen tropfte sein Kopfball im hohen
Bogen über Klaus an den Innenpfosten und auch wenn die Bruddler dem
Kickers-Keeper üble Verwünschungen schickten, gegen so ein dummes
Ding ist ein Keeper im allgemeinen machtlos.
Auf der anderen Seite setzte es jetzt bei der Ahlener
Abwehr aus, aber die blaue Dämlichkeit vor dem Tor verhinderte einen
schnellen Ausgleich. Wenn Blessin weniger eigensinnig quergelegt hätte
oder wenn Zimmermann, lang nicht mehr so stark wie letzten Freitag, mit
dem Kopf aus drei Metern das leere Tor getroffen hätten, ja wenn...und
warum bei 0:1 einen Stürmer (Carnevale) gegen einen anderen Stürmer
(Blessin) statt einen defensiven Mann tauscht, wird Rainer Zobel uns sicher
nie erklären.
Als ich bereits an der Regionalliga-Inaugurationsrede
herumformulierte, 86 Minuten waren gespielt, köpfte der eingewechselte
Georgiev auf den wie immer aufopferungsvoll kämpfenden, aber gegen
Arnold unterlegenen Heberle, der köpfte in die Mitte und Carnevale
erlöste die frustrierten Bruddler mit dem 1:1.
Danach hatten die Kickers auf einmal die Kraft zum Laufen,
die zuvor 70 Minuten gefehlt hatte, aber für richtig zwingende Gelegenheiten
zum Siegtreffer reichte es nicht mehr.
Sind wir doch mal ehrlich, wer hätte an 7 Punkte aus den drei Heimspielen gedacht? Ohne diese könnte man sich jetzt beruhigt zurücklehnen und an der Regionalligamannschaft feilen. Jetzt gibt es einen harten Dreikampf mit Bielefeld und Mainz um zwei Nichtabstiegsplätze (und vielleicht kommen Osnabrück und Ulm nochmal in diesen Kampf zurück) und die Blauen haben mal wieder das mieseste Torverhältnis dieses Trios. So trinken wir also wieder unseren Blauen Trank der Nichtabstiegshoffnung - und verschütten das meiste, weil wir so sehr zittern.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Ein erschreckender Gegensatz zur letzten Spiel. Viel
zu großzügig gegen Trikotziehen und Einsteigen mit beiden Beinen,
kein Gefühl für Vorteil oder schnelle Spielfortsetzung und hoffnungslos
überforderte Assistenten. Zurück in die Landesliga zum Üben.
Bruddler des Tages:
Irgendwie gab's nigs gscheids...
Spruch des Tages:
"Des war effizient, aber es bringt nigs."