21.3.01: Kickers - LR Ahlen 1:1 (0:0), Zuschauer: 4421

Jetzt geht das wieder los, diese Spiele mit dem Herzinfarkt-Beschleunigseffekt und der Fanschnellalterung. Und nur, weil 3 Heimspiele in einer Woche für die Blauen kräftemäßig offensichtlich zuviel ist. Oder lag's am regnerischen Wetter?

Zunächst sah es aber ganz gut aus. Schon nach 2 Minuten versenkte Blessin den Ball, doch der Schiri entschied auf Abseits, naja, aus meiner Position schwer zu beurteilen. Gleich danach noch zwei weitere Chancen durch Kümmerle und wieder Blessin und alle warteten nur auf das 1:0.
Doch nach 15 Minuten schlief der Kickers-Drang zum Tor ein, die Stürmer liefen nicht wie die Wochen zuvor jeden Weg und sparten Kraft, im Mittelfeld lief es nicht so rund und Ahlen bemühte sich in keiner Weise um offensive Aktivitäten, nicht eine vernünftige Torchance brachten sie in den ersten 45 Minuten zusammen.
Nicht viel besser die Kickers, zäh rangen beide Mannschaften im Mittelfeld um jeden Ball, Torchancen, nein danke. Erst gegen Ende der Halbzeit bekamen die Blauen wieder etwas Übergewicht (auf dem Feld, nicht am Bauch), zwingendes suchte das Auge des Betrachters aber vergeblich.

Nach dem Wechsel alles besser? Mitnichten, Ahlen noch mehr drauf bedacht, das Ergebnis zu halten und den einen oder anderen Konter zu fahren wurde eher gefährlich als die Kickers. Auf der Tribüne verzettelten sich die Bruddler mit dem Schiedsrichter und seinen teilweise merkwürdigen Entscheidungen, auf dem Platz schien jeder um jeden Pfiff und die dazugehörige Verschnaufpause froh zu sein.
In der Mitte der zweiten Halbzeit glichen die Ahlener bei den Abseitstoren aus und erste Verschleißerscheinungen in der von Keuler sonst gut organisierten Abwehr wurden sichtbar. Eine der Fehlstellen nutzte Arnold in der 71. Minute zum 0:1, von allen Kickers-Geistern und Gegenspielern verlassen tropfte sein Kopfball im hohen Bogen über Klaus an den Innenpfosten und auch wenn die Bruddler dem Kickers-Keeper üble Verwünschungen schickten, gegen so ein dummes Ding ist ein Keeper im allgemeinen machtlos.
Auf der anderen Seite setzte es jetzt bei der Ahlener Abwehr aus, aber die blaue Dämlichkeit vor dem Tor verhinderte einen schnellen Ausgleich. Wenn Blessin weniger eigensinnig quergelegt hätte oder wenn Zimmermann, lang nicht mehr so stark wie letzten Freitag, mit dem Kopf aus drei Metern das leere Tor getroffen hätten, ja wenn...und warum bei 0:1 einen Stürmer (Carnevale) gegen einen anderen Stürmer (Blessin) statt einen defensiven Mann tauscht, wird Rainer Zobel uns sicher nie erklären.
Als ich bereits an der Regionalliga-Inaugurationsrede herumformulierte, 86 Minuten waren gespielt, köpfte der eingewechselte Georgiev auf den wie immer aufopferungsvoll kämpfenden, aber gegen Arnold unterlegenen Heberle, der köpfte in die Mitte und Carnevale erlöste die frustrierten Bruddler mit dem 1:1.
Danach hatten die Kickers auf einmal die Kraft zum Laufen, die zuvor 70 Minuten gefehlt hatte, aber für richtig zwingende Gelegenheiten zum Siegtreffer reichte es nicht mehr.

Sind wir doch mal ehrlich, wer hätte an 7 Punkte aus den drei Heimspielen gedacht? Ohne diese könnte man sich jetzt beruhigt zurücklehnen und an der Regionalligamannschaft feilen. Jetzt gibt es einen harten Dreikampf mit Bielefeld und Mainz um zwei Nichtabstiegsplätze (und vielleicht kommen Osnabrück und Ulm nochmal in diesen Kampf zurück) und die Blauen haben mal wieder das mieseste Torverhältnis dieses Trios. So trinken wir also wieder unseren Blauen Trank der Nichtabstiegshoffnung - und verschütten das meiste, weil wir so sehr zittern.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Ein erschreckender Gegensatz zur letzten Spiel. Viel zu großzügig gegen Trikotziehen und Einsteigen mit beiden Beinen, kein Gefühl für Vorteil oder schnelle Spielfortsetzung und hoffnungslos überforderte Assistenten. Zurück in die Landesliga zum Üben.

Bruddler des Tages:
Irgendwie gab's nigs gscheids...

Spruch des Tages:
"Des war effizient, aber es bringt nigs."


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