26.11.00: Kickers - Chemnitzer FC 4:0 (1:0), Zuschauer: 4246

Überraschend viele Zuschauer wollten das Duell des Tabellenletzten gegen den Vorletzten sehen. Noch überraschender allerdings die Tatsache, daß es eine Mannschaft gibt, die noch viel schlechter als die Blauen ist. Doch der Reihe nach.

Das Spiel begann eher zäh. Die Chemnitzer hatten gegen eine irritierte Kickers-Abwehr die erste Chance und die Blauen reagierten schon wieder nur noch, statt das Spiel in die Hand zu nehmen. Die ersten Bruddlerstimmen wurden schon wieder auf der Tribüne laut, doch die Fans hatten heute Geduld. Vom B-Block mal abgesehen, die kamen erst 10 Minuten später und hatten auf das Transparent "Wir suchen gute Spieler. Kommen gleich wieder" geschrieben. 5 vor 12, das war eigentlich jedem klar.
Auch den Kickers-Spielern. Nach 20 Minuten die Initialzündung, Silvinho wird schön freigespielt, strebt alleine auf den Torhüter zu, scheitert jedoch. Danach allerdings spielten nur die Blauen und zeitweise sah es richtig nach Fußball aus.
Nur frei vor dem Torwart dürfen sie nicht stehen, nach 30 Minuten vergab Blessin in gleicher Position wie Silvinho. Letzterer vergab die vierte oder fünfte Großchance in der ersten Halbzeit, als er von Meißner (der ohne Bild- und Tonstörung von Erstligaqualitäten auf Kreisklassefehler umschalten konnte) wunderbar in Szene gesetzt wurde.
Doch noch die Erlösung vor der Halbzeit. Ein butterweicher Weinzierl brachte Silvinho wieder frei vors Tor und diesmal machte er alles richtig, 1:0 (42.). Gleich danach hatte Kümmerle noch eine Kopfballchance, von den Chemnitzern war überhaupt nichts mehr zu sehen.

Die zweite Halbzeit begann wie die erste geendet hatte, die Kickers im Vorwärtsgang, und wie! Silvinho lief sich fest, bewies dann Übersicht, stupste den Ball zu Kümmerle, der völlig frei und beherzt mit einem Schrägschuß das 2:0 besorgte (51.). Die Chemitzer Abwehr glänzte nur noch durch Abwe(hr)senheit.
Wäre, hätte, könnte. Wäre der Freistoß der Chemnitzer drei Zehntel Millimeter links an den Innenpfosten gegangen, wäre er vermutlich nicht mehr aus dem Tor heraus und Spiel hätte noch mal spannend werden können. Doch so konnte auf der anderen Seite der alleine davonstrebende Blessin den herausgestürzten Torwart lässig überlopen, 3:0 (56.).
Auf der Gegenseite sorgte der schwächste Kickers-Spieler, Torwart Ramovic (warum ist der neuerdings so unsicher??) für Aufregung, als er einen Abschlag des Chemnitzer Torhüters(!) unterschätzte und den Ball nur noch mit Mühe aus dem Tor boxen konnte. Einen Ball, den Ramovic zum Gegner prallen ließ, mußte der starke Heberle von der Linie kratzen. Überhaupt, man hatte den Eindruck, daß die Kickers einen zweiten Torhüter auf dem Feld hatten. Egal wo die Chemnitzer hinschossen, Heberle kratzte den Ball weg.
In der 71. Minute dann der Schlußpunkt, Kümmerle, immer noch mutterseelenallein, umspielte den Torhüter und schob die Kugel ein.
Die Chemnitzer probierten danach bis zum Schlußpfiff ein Tor zu schießen, aber sie blieben jeden Beweis der Zweitligatauglichkeit schuldig

Man darf nicht vergessen, gegen welchen Gegner dieses Ergebnis herausgespielt wurde. Chemnitz ist definitv kein Maßstab, aber so ein 4:0 tut dem Fan und hoffentlich auf den Spielern mal wieder so richtig gut. Wollen wir hoffen, daß das gute Bauchgefühl an der Wirbelsäule entlang zum Hirn hochkriecht und dort Click macht. Denn die Kickers brauchen nach wie vor jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg!
Update: Der DFB schob übrigens die Schuld für die späten Spielansetzunugen auf die Vereine, die den Fernsehvertrag in der vorliegenden Fassung unterschrieben hätte. Es wird also mal wieder Schwarzer Peter gespielt. Der nächste, der eine EMail zu dem Thema bekommt, ist der DSF. Wir werden sehen, wer dann schuld ist.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Gute Leistung. Etwas ungewöhnliche Gelbe-Karten-Vergabe und etwas operettenhafte Gesitk, aber absolut unparteisch und souverän. Nur seine Assis hatten es mal wieder nicht mit der Abseitsregel.

Bruddler des Tages (auf Wunsch wieder in schwäbisch :-):
Über einen bestimmten Stürmer kurz vor dem 3:0: "Vom VfB hemmer no nia äbbes rächds griagd. Desch grad gschiggd hier, den kosch direggd henderm Schdadioh aschdohsa, dr rolld bis dsu de Rote nondr."

Spruch des Tages:
In der Stadionzeitung aus dem Steckbrief von Günter Heberle:
"- Mein bestes Spiel: Casino Salzburg, Black Jack, 21.00 Uhr
- Mein schlechtestes Spiel: Casino Salzburg, Black Jack, 21.03 Uhr."


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