9.12.00: Kickers - VfL Osnabrück 2:1 (1:0), Zuschauer: 3745

Klasse Wetter, 12 Grad und ein Sechs-Punkte-Spiel. Allerbeste Vorraussetzungen für einen schönen Fußballsamstag. Daß es mal wieder ein Dauerfestigkeitstest für die Fannerven wurde, ist symptomatisch für das verkorkste Jahr 2000. Doch fangen wir vorne an.

Das Spiel begann eher murksig, keine der Mannschaften konnte sich so richtig in Szene setzen, von einer schönen blauen Kombination in der 8. Minute abgesehen, die Blessin leider nicht abschließen konnte.
Aus heiterem Himmel fiel nach 18 Minuten der Führungstreffer für die Kickers, als ein Osnabrücker Mauerhüpfer den Fiel-Freistoß gegen die Laufrichtung seines Torhüters in die rechte Ecke fälschte, 1:0.
Wie in den letzten fünf Jahren (oder sogar noch länger) üblich, verloren die Kickers durch den Führungstreffer jegliche Sicherheit. Die Osnabrücker drückten ihr Gaspedal vielleicht einen halben Zentimeter tiefer durch und kamen sofort gefährlich vor das blaue Tor. Zwischen der 20. und 30. Minute erspielten sich die Niedersachsen gleich drei gute Torchancen bis hin zum Lattenschuß. Überhaupt stellten sich die Norddeutschen angesichts ihres Tabellenplatzes als sehr ordentlich auftretende Mannschaft dar, allerdings haben sie das gleiche Problem wie die Kickers: es gibt keinen Spieler, der auch nur ansatzweise weiß, wie man das Runde ins Eckige befördert. Auch beste Einschußmöglichkeiten der Osnabrücker blieben ungenutzt und der eigentlich verdiente Ausgleich fiel nicht. So ging es mit einer Kickersführung in die Kabine.

Nicht daß sich am Spiel viel geändert hatte, Kampf auf beiden Seiten, wenig spielerische Highlights, die Kickers mit Kick-and-Rush, die Osnabrücker etwas näher am Fußball. Dafür wurden sie nach 55 Minuten auch von der Kickers-Abwehr mit dem "Ich-laß-meinen-Gegenspieler-machen"-Orden ausgezeichnet. Der erste blaue Abwehrspieler (ich verscheige seinen Namen mal, weil er sonst zu den besten zählte) tauchte unter der Flanke durch, der zweite gab sich alle Mühe, den Osnabrücker nicht bei Ballannahme und Torschuß aus ca. 13m zu behindern und so stand es 1:1.
Hatten sich die Blauen gerade noch doof angestellt, setzten die Osnabrücker nur drei Minuten später einen drauf. Weinzierls einzige sehenswerte Aktion, eine Flanke köpfte der engagierte Blessin schön gegen den Lauf des Torhüters, aber auch gegen den Pfosten. Gemeinsam spielten dann ein VfL-Abwehrrecke und der Torwart eine kurze Runde Billard mit dem Ball und dem Torpfosten, der hinzugestürmte Zimmermann lochte dann durch "über-den-Ball-fallen" ein, 2:1 (58.).
Diese Panne kostete die Osnabrücker einiges an Schwung. Dennoch wirkten die Norddeutschen feldüberlegen. Um die 75. Minute herum gab es eine Eckenserie, doch mit Kampf (allen voran mal wieder Stadionheld Günter Heberle) und Krampf brachten die Kickers den Ball immer wieder aus der Gefahrenzone. Konter konnten sie jedoch keine herausspielen, angesichts der weit aufgerückten Osnabrücker ein ziemliches Armutszeugnis.
Merkwürdig auch, daß der ausgepumpte Fiel dann vom offiziell ausgemusterten Ramovs in der Schlußphase ersetzt wurde, naja, ich muß nicht alles verstehen.
Bis auf einen Kopfball brachten die Osnabrücker nichts mehr zustande, dafür blamierten sich Kümmerle und Zimmermann in der Schlußminute nach Leibeskräften, als sie den einzigen Kickers-Konter der zweiten Halbzeit freistehend vor dem Torhüter nicht zum Abschluß bringen konnten.

Drei Punkte, Schöne Weihnachten und Guten Rutsch. Bloß nicht länger über dieses sehr glückliche 2:1 nachdenken und hoffen, daß aus den beiden Auswärtsspielen noch was rausspringt, damit der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen nicht zu groß wird. Angesichts der gebotenen Leistungen muß man allerdings drauf hoffen, daß Rainer Zobel über die Winterpause den Knopf bei der Mannschaft findet, der bei den Jungs das Fußballmodul aktiviert. In der Rückrunde müssen mehr Punkte rausspringen, um die Klasse noch zu halten.

Also liebe Leser. feiert schön, futtert nicht zuviel und man liest sich irgendwann im neuen Jahrtausend (genau, der wirkliche Wechsel ist der 31.12.2000) wieder.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Gute Leistung. Diesmal auch die Assis ok. Nichts zu bruddeln.

Bruddler des Tages:
"Des hod dr Schiri no ned begriffa, daß des koi Vordoil isch, wann dr Blessin am Ball isch." (nach einem Foul an Zimmermann ließ der Schiri weiterspielen und Blessin hatte die Chance, einen Blauen freizuspielen, legte den Paß jedoch viel zu steil an).

Spruch des Tages:
Der Stadionsprecher kurz nach dem Abpfiff: "Vielen Dank für Ihren Besuch im Jahr 2000. Sie haben viel leiden müssen...."


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