28.01.01: Kickers - FSV Mainz 05 0:0, Zuschauer: 4472

Raus aus der Winterpause, rauf auf den hartgefrorenen Boden, wo die Sonne nur einen Teil des Spielfeldes vom Schnee befreit hatte. Die Tribünenseite räumten vor dem Spiel ein paar Mainzer. Gehört der Mainzer Trainer Krautzun nicht auch in die "Schleifer"-Kategorie? Oder wollte er seinen meist wärmeres Wetter gewohnten Technikern ein besseres Umfeld bieten?

Wer weiß, die ersten 15 Minuten gaben keinen Aufschluß auf die Fortschritte aus dem winterlichen Trainingslager. Es herrschte Langeweile. Geradezu symptomatisch für das Spiel, daß die erste Torchance vor dem Kickers-Tor passierte. Die nächsten 10 Minuten brachten gleich noch drei weitere Konterchancen für die Gäste, die sich aber allesamt trotz berüchtigter Zweitligatorjäger wie Demandt oder Ouakili nicht in zählbares umwandeln ließen. Obwohl Kritzer sicher, Heberle gewohnt einsatzfreudig und Minkwitz als Abfangjäger gekonnt spielten, wirkte die Kickers-Abwehr nicht sicher. Im Vergleich mit dem Mittelfeld und dem Sturm allerdings stellte sie allerdings ein echtes Glanzstück dar. Nicht viel System konnte man bei den Blauen erkennen, Fiel im Mittelfeld ackerte zwar und leistete sich auch kaum Ballverluste, aber ein Mann reicht einfach nicht. Kümmerle hatte mal wieder einen nicht wirklich starken Tag erwischt und Marell sammelte vor allem Spielpraxis.
So blieb es in den ersten 45 Minuten bei einer einzigen Kickerstorchance, kurz vor dem Pausenpfiff strich ein Silvinho-Kopfball hauchdünn am Pfosten vorbei und wenn Ramovic nicht glänzend reagiert hätte, wären die Mainzer mit einer Führung in die Pause gegangen.

Auf den Tribünen froren die Fans in der zweiten Halbzeit fleißig weiter, kaum Erwärmendes drang vom Rasen herauf. Die Blauen hatten zwar die meiste Zeit ein gewisses Übergewicht, aber das Unvermögen vor dem Tor einen präzisen Paß zu schlagen verhinderte weitere Torchancen. Schlimmer noch die ruhenden Situationen. Mehrfach gleich wurden Freistöße oder Einwürfe derart unpräzise ausgeführt, daß die Mainzer keine Mühe hatten, den Ball wieder aus der Gefahrenzone zu bringen. Die Konterbemühungen der Gäste hielten sich in Grenzen, schon früh schienen sie mit dem Punkt zufrieden. Die Gewißheit, daß der Gegner, nämlich die Blauen, kein Tor schießen würden, hatte sich nicht nur bei den Mainzern breit gemacht.
Daran änderte auch die Einwechslung des Kickers-Neuzugangs Georgiev nicht. Der Spieler, der auf 50m eine gewisse Ähnlichkeit mit den Neckarballrastellis Balakov und Lisztes hat, zeigte immerhin eine gewisse Ballfertigkeit, aber wenn man nur 15 Minuten aufs Feld darf, kann man keine Welten bewegen.
So mußte Ramovic die einzige gute Mainzer Möglichkeit in der 70. Minute mit einem Superreflex entschärfen und die über 4000 Fans froren sich bis zum Schlußpfiff durch.

Es geht also traurig weiter. Vor allem der eklatante Mangel eine halbwegs stabile Abwehr mit gutem Kombinationsfußball unter Druck zu setzen und der absolute Mangel an Durchsetzungsfähigkeit und Torgefährlichkeit bei den Stürmern (wenn der Blessin so erfolgreich wie fleißig wäre, hätte Real Madrid wahrscheinlich schon 80 Millionen geboten) macht für die Zukunft Sorge. Immerhin verließen die Kickers mit dem Punkt mal die Abstiegsränge. Allerdings tauchen sie bei weiteren Leistungen dieser Art dort schnell wieder ein.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Geradezu beklagenswert, daß der Mann einen derart schwachen Tag erwischte. Bestimmt kein Heimschiedsrichter, nur gut, daß er keine spielentscheidenden Fehler machte.

Bruddler des Tages:
(nach einer Paßstaffette, deren dritter Paß beim Gegner landete)
"Desch zu kompliziert gwä."
"Du moinsch, nachem dswoida Paß sodd mr sei Gligg ned iabrschrabadsiara?"

Spruch des Tages:
Nach einem Zweikampf zwischen Silvinho und einem Mainzer.
"Der Mainzer hakt sich doch ei!"
"No falldr Silvinho scho ned om."


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