11.9.01: VfB Stuttgart - Kickers 1:1 (0:0), Zuschauer: ca. 3000

Dieser Tag wird mit Sicherheit in die Geschichte eingehen und es wird ganz sicher nicht wegen dieses Fußballspiels sein. Beeindruckt von den Terroranschlägen in den USA suchten einige Stuttgarter Zerstreuung bei einem Regionalligaspiel. Allerdings kam nicht nur angesichts der Randbedingungen wenig Freude auf.

Die Kickers begannen eindeutig stärker, schon nach drei Minuten so was wie eine Torchance als Carnevale alleine auf das Tor zulief, doch man konnte seine Angst vor dem Torschuß förmlich spüren. Nach 10 Minuten mußte Minki verletzt vom Platz und Leblanc verstärkte (naja, versuchte es) les Bleues.
Die beste Chance vernichtete ein Stuttgarter Abwehrspieler wenig später auf der Torlinie als er einen Carnevale-Freistoß für seinen schon geschlagenen Torwart hinausköpfte.
Im Laufe der ersten Halbzeit verbesserten sich die Roten Stuttgarter etwas, ohne allerdings wirklich organisiert in die Kickers-Hälfte zu kommen. Wenn denn mal der Ball am Fuß eines Roten in die Nähe des Strafraums kam, zeigt sich sofort, was da hinten bei den Blauen steht: eine Cambozola-Abwehr. Kleine, blaue, schimmelige Punkte und dazwischen viel weiße Fläche. Gleich drei gute Einschußmöglichkeiten verschwendeten die jungen VfB-Spieler.

Die Kickers kamen wieder besser aus den Startlöchern, doch Zwingendes oder gar Zählbares sprang nicht heraus. Im Gegenteil, das erste Tor schossen die Canstatter. Mit dankenswerter Unterstützung der Cambozola-Abwehr konnte ein VfBler auf das Tor zulaufen und den Ball einschieben, 0:1 (57.).
Doch die Blauen antworteten gut. Nach drei Minuten ein Pfostenschuß von Protzel und nach sieben Minuten der Ausgleich als Maric den Ball nach einem Getümmel über die Linie zwang, 1:1 (64.).
Doch statt die vorhandene Überlegenheit in weitere Tore umzusetzen verzettelten sich die Blauen in Ballgeschiebe. Die Roten vergaßen jegliche Fußballgrundlagen, selbst einfachste Pässe kamen nicht zum Mitspieler und die Zuschauer wurden zunehmend unruhig.
Einmal stockte der Atem der Fans noch als kurz vor Schluß ein Ball quer durch den VfB-Strafraum rauschte und Freund und Feind am Ball vorbeistolperten.

Verzweiflung macht sich breit, egal wieviele Spieler man austauscht, die Kickers spielen immer wieder wie die Kickers des angehenden 21. Jahrhunderts. Geistige Leere im Mittelfeld, keine Durchschlagskraft im Sturm und hinten Käse, die Fans werden nach wie vor auf die Folter gespannt. Obwohl die Mannschaft ein Spiel überlegen führen kann, kann sie es nicht gewinnen. Regionalliga, wir bleiben noch ein Weilchen.

Torfköpfe des Tages:
Der VfB-Fanblock. Wer am Tage solch schlimmer Terroranschläge Parolen wie "Haß, Haß, Haß" brüllt, muß das Gehirn zuhause vergessen haben, nein, es ist davon auszugehen, daß nie Gehirn vorhanden war.

Bruddler des Tages:
(nach dem xten Fehlpaß) "Sind die alle unter Drogen oder was?"


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