Ein Auswärts-Bruddelbericht von Manne Sauter
Von Beileidsbekundungen am Grabe bitten wir Abstand zu nehmen...
"Das ist eben 3.Liga", entfuhr
es mir als wir durchs Wohngebiet und dann über irgendwelche
Feldwege ins Hoffenheimer Stadion gelotst wurden.Dabei hatten wir wunderschönes
Herbstwetter und einem Rucksack
voll Euphorie von den letzten
beiden Heimspielen mitgebracht. Da müsste doch mindestens ein Punkt
drin sein , wenn nicht und überhaupt... .
Aber, um es vorweg zu nehmen:
Keine der bisherigen "Geheimwaffen" wie "Ich trink Jägermeister bis
die Kickers wieder gewinnen" (aus seeligen(?) Zweitligatagen), meine Tochter
oder frisch rasiert zu erscheinen scheint auf Dauer zu stechen. Was uns
die Blauen ersteinmal in der ersten Halbzeit boten war, sagen
wir mal, unteres Oberliganiveau,
planloses Gekicke ist noch zu milde ausgedrückt. Einige oder die meisten
der Spieler dachten wohl, nach Trier und Erfurt entwickelt sich sowas wie
ein Selbstläufer. Das entpuppte sich aber ersteinmal als folgenschwerer
Irrtum. Schön für Hoffenheim, denn sooo stark waren die allemal
nicht. Es hätte aber gereicht umd die Kickers bereits in der ersten
Hälfte nicht nur abzuschießen, sondern auch gleich zu beerdigen.
Aber die guten Badenser (Anmerkung der Webtippse: das gibt Ärger)
übertrafen die Kickers, zumindest was das Unvermögen vor dem
Tor angeht.
Pausenstand 0:0, hätte
es 3:0 gestanden, na so arg hätte man nicht meckern können. Die
Pause dann erquicklich, viele nette Leute im Gästeblock und das Wichtigste:
Es wurde nicht Fussball gespielt. Aber schade, sie liefen dann doch wieder
ein und versuchten wieder zu kicken. Kurze Zeit auch etwas erquicklicher
und - boah - wir gehen in Führung. Schöne Akton von Ivan
(glaub ich) und Scharinger markiert das 0:1. Das hätte Sicherheit
geben können/müsssen, aber weit gefehlt. Wenn's die Hoffenheimer
in der ersten Halbzeit allein nicht gepackt hatten, so halfen dann die
Blauen, äh diesmal "Gelben" , als fairer
Sparringspartner einfach
ein bißchen mit und ließen die Rot-Weißen einfach mal
ganz frei vor dem Tor zu Schuß und Kopfball kommen. Und - so lockere
Trainingseinheiten läßt man sich nicht entgehen und schießt
mal so nebenbei 1,2, 3 oder einfach mal 4 Tore.
Hätte Pleuler womöglich
zwischenzeitlich das 2:2 markiert, wer weiß was passiert wäre;
aber es wäre des Guten zu viel gewesen. Wie , Thee, glaub ich., den
Ball noch von der Linie gekratzt hat, tja da könnten sich
unsere Phlegmatiker in der
Defensive mal ein Beispiel nehmen. Ach so, als Hoffenheim bereits bei der
Siegesfeier war köpfte Cast noch zum 2:4 ein.
Die Reaktionen der Spieler
sprach allerdings auch nach Abpfiff Bände: Dreyer entschuldigt sich
bei den Fans; Scharinger ist komplett ratlos, Kritze zuckt nur mit den
Schultern; über das, was Torhüter Kockel im
Hinblick auf die Hintermannschaft
von sich gab, legen wir den gnädigen Schleier des Schweigens darüber.
Fazit:
Phlegmatische, planloses
und zum Teil auch lustloses Gekicke. Die Defensive als Totalausfall zu
bezeichnen wäre gnädig. Bis auf Ronny Kockel und mit Abstrichen
Ivan war die komplette Mannschaft ein
Totalausfall. So kann man
sich aber auch jeden Kredit verspielen.
Der Schiri:
Öha, auf dem Land pfeift
man etwas rustikaler.
Die Kickersfans:
Zwischen Sarkasmus, Mutlosig-
und Hilflosigkeit. Keine Pfiffe, keine Buh-Rufe, nur stille Trauer. R.I.P.Kickers.
Die Bruddler/Kommentare:
A: (nicht wirklich nüchtern)
Wenn die so weiter spielen, dann verlieren wir auch noch in Hoffenheim.
B: Äh, das ist Hoffenheim.
A: Echt, ach so.
Und der Zweite:
"Die beleidigen den Ball."
Und der Dritte (nach dem
Spiel, am Telefon), auf die Frage wie das Spiel war:
"Das Beste am Spiel
war die Pause."