Regionalliga Süd 2001/2002 - 14. Spieltag
20.10.01: TSG Hoffenheim - Kickers  4:2 (0:0)

Ein Auswärts-Bruddelbericht von Manne Sauter

Von Beileidsbekundungen am Grabe bitten wir Abstand zu nehmen...

"Das ist eben 3.Liga", entfuhr es mir als wir  durchs Wohngebiet und dann über irgendwelche Feldwege ins Hoffenheimer Stadion gelotst wurden.Dabei hatten wir wunderschönes Herbstwetter und einem Rucksack
voll Euphorie von den letzten beiden Heimspielen mitgebracht. Da müsste doch mindestens ein Punkt drin sein , wenn nicht und überhaupt... .

Aber, um es vorweg zu nehmen: Keine der bisherigen "Geheimwaffen" wie "Ich trink Jägermeister bis die Kickers wieder gewinnen" (aus seeligen(?) Zweitligatagen), meine Tochter oder frisch rasiert zu erscheinen scheint auf Dauer zu stechen. Was uns die Blauen ersteinmal in der ersten Halbzeit boten war, sagen
wir mal, unteres Oberliganiveau, planloses Gekicke ist noch zu milde ausgedrückt. Einige oder die meisten der Spieler dachten wohl, nach Trier und Erfurt entwickelt sich sowas wie ein Selbstläufer. Das entpuppte sich aber ersteinmal als folgenschwerer Irrtum. Schön für Hoffenheim, denn sooo stark waren die allemal nicht. Es hätte aber gereicht umd die Kickers bereits in der ersten Hälfte nicht nur abzuschießen, sondern auch gleich zu beerdigen. Aber die guten Badenser (Anmerkung der Webtippse: das gibt Ärger) übertrafen die Kickers, zumindest was das Unvermögen vor dem Tor angeht.

Pausenstand 0:0, hätte es 3:0 gestanden, na so arg hätte man nicht meckern können. Die Pause dann erquicklich, viele nette Leute im Gästeblock und das Wichtigste: Es wurde nicht Fussball gespielt. Aber schade, sie liefen dann doch wieder ein  und versuchten wieder zu kicken. Kurze Zeit auch etwas erquicklicher und  - boah - wir gehen in Führung. Schöne Akton von Ivan (glaub ich) und Scharinger markiert das 0:1. Das hätte Sicherheit geben können/müsssen, aber weit gefehlt. Wenn's die Hoffenheimer in der ersten Halbzeit allein nicht gepackt hatten, so halfen dann die Blauen, äh diesmal "Gelben" , als fairer
Sparringspartner einfach ein bißchen mit und ließen die Rot-Weißen einfach mal ganz frei vor dem Tor zu Schuß und Kopfball kommen. Und - so lockere Trainingseinheiten läßt man sich nicht entgehen und schießt mal so nebenbei 1,2, 3 oder einfach mal 4 Tore.
Hätte Pleuler womöglich zwischenzeitlich das 2:2 markiert, wer weiß was passiert wäre; aber es wäre des Guten zu viel gewesen. Wie , Thee, glaub ich., den Ball noch von der Linie gekratzt hat, tja da könnten sich
unsere Phlegmatiker in der Defensive mal ein Beispiel nehmen. Ach so, als Hoffenheim bereits bei der Siegesfeier war köpfte Cast noch zum 2:4 ein.

Die Reaktionen der Spieler sprach allerdings auch nach Abpfiff Bände: Dreyer entschuldigt sich bei den Fans; Scharinger ist komplett ratlos, Kritze zuckt nur mit den Schultern; über das, was Torhüter Kockel im
Hinblick auf die Hintermannschaft von sich gab, legen wir den gnädigen Schleier des Schweigens darüber.

Fazit:
Phlegmatische, planloses und zum Teil auch lustloses Gekicke. Die Defensive als Totalausfall zu bezeichnen wäre gnädig. Bis auf Ronny Kockel und mit Abstrichen Ivan war die komplette Mannschaft ein
Totalausfall. So kann man sich aber auch jeden Kredit verspielen.

Der Schiri:
Öha, auf dem Land pfeift man etwas rustikaler.

Die Kickersfans:
Zwischen Sarkasmus, Mutlosig- und Hilflosigkeit. Keine Pfiffe, keine Buh-Rufe, nur stille Trauer. R.I.P.Kickers.

Die Bruddler/Kommentare:
A: (nicht wirklich nüchtern)  Wenn die so weiter spielen, dann verlieren wir auch noch in Hoffenheim.
B: Äh, das ist Hoffenheim.
A: Echt, ach so.

Und der Zweite:
"Die beleidigen den Ball."

Und der Dritte (nach dem Spiel, am Telefon),  auf die Frage wie das Spiel war:
"Das Beste am Spiel  war die Pause."


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