Ein Bruddelbericht von Manne Sauter
Zuschauer: 3780
4:2, da gibt's doch eigentlich
nichts zu meckern und zumindest der geneigte SWR3-Aktuell-Zuschauer vor
der Glotze sah die Kickers in herrlicher Manier über eine 1:0 Führung
und einen 1:2 Rückstand
hochverdient zum Sieg stürmen.
Tja, so schön kann Fernsehen sein, aber erstens waren wir live dabei
und
zweitens wären es nicht
die Blauen, wenn es so einfach gewesen wäre. Aber fangen wir beim
Anfang an - 3780 Zuschauer (wahrscheinlich 1000 Feuerwehrleute , äh),
eine beachtliche Kulisse.
Im "berüchtigten" B-Block
wurden dann alle, aber auch alle Geheimwaffen ausgepackt. Kurz zusammengefasst:
- Frisch rasiert
- Tochter dabei
- Nix Blaues mehr anziehen
- Wurst erst in der 48.
min holen
- Dem Wurstholer bei einem
Sieg die Füsse küssen... .
Der einfache Blaue auf der
Tribüne ist halt abergläubisch. Die Blauen auf dem Feld dann
recht ansehnlich; nicht so druckvoll und spielerisch überzeugend wie
gegen Trier und Erfurt , dafür aber auch nicht so katastrophal wie
in Hoffenheim. Der Lohn: Nach einem Abseitstor das 1:0 durch Ivan, schön
gemacht und auch sonst konnte er wieder überzeugen. Was daraufhin
folgte war Kickers hoch 3. Sofort wurde ein
Gang zurückgeschaltet,
im Mittelfeld den Bayern genügend Raum gegeben und die Abwehrkette
war ein ums andere Mal wieder nicht Herr der Lage. Es kam, wie es kommen
musste: Feulner von den Bayern darf in der 38.min mal ganz unbedrängt
von der rechten Strafraumseite schießen - warum angreifen - wir ham'
ja Ebertz im Tor; tja und der sah nicht ganz so glücklich aus - 1:1.
Damit gings in die Pause,
Shimamura ging, Schari kam und das Gekurke ging munter weiter.
Was die Blauen fabrizierten
war größtenteils Krampf und die kleinen Bayern zeigten wie man
einfach und effektiv spielen kann. Ergebnis: Schnitzer Cast und die Münchner
führen. Das trieb nicht nur den Fans die Zornesröte, sondern
auch einem Ex-Kickers Spieler im B-Block die pure Verzweiflung ins Gesicht.
Die
Aussage "Ist das traurig,
leck mich am Arsch" trifft das Spiel zu dem Zeitpunkt wie den Nagel auf
den Kopf. Sorg dann endlich mit der richtigen Reaktion, er brachte Carnevale
und Dörflinger für Dreyer und Protzel und vor allem "Seppo" Carnevale
brachte gehörigen Schwung. Die Blauen jetzt mit Zug nach vorne, geradlinig
und ohne überflüssige Schnörkel. Was dann passierte war
zwar unglaublich, ist aber wahr. Zwei
wunderschöne Carnevale-Tore
plus den Schlußpunkt in der 90. von Dörflinger. Nicht unbedingt
hochverdient, aber Kampf und Einsatz zahlen sich eben doch aus. Warum das
Einigen allerdings so spät auffiel, bleibt ein Rätsel.
Fazit: Glücklich. Vielleicht (aber ich hab' da meine Zweifel) haben's jetzt alle kapiert, dass man nur mit Kampf und Einsatz zum Erfolg kommt.
Der Trainer:
Glückliches Händchen
mit Carnevale. Warum nicht endlich mit Ivan von Anfang an?
Die Mannschaft:
Ebertz: Na ja. Note 4
Kritzer: Wenn auffällig,
dann in der Offensive. 4
Cast: Alibifussball. 4,5
Dreyer: Zu ballverliebt,
dann und wann unsicher und ein paar blöde Fehler. 4
Protzel: Das war net viel.
4
Pleuler: Oft pfui, dann
mal wieder blitzgefährlich. 3,25
Zimmermann: Schwach 4,5
Wagner: Bemüht. Nicht
mehr, aber auch nicht weniger: 3,75
Shimamura: Einige gute Aktionen,
sonst unauffällig. 3,5
Scharinger: Zu unbeweglich,
vielleicht aufgrund seiner Rückenprobleme. Deshalb keine Benotung.
Polat: Fiel positiv auf,
vor allem defensiv. 3
Ivan: Gut. 2,5
Carnevale: Veni, vidi, vici.
Deshalb 2
Dörflinger: Einsatzfreudig.
Stand beim 4:2 goldrichtig. Das ist auch was. Note: 3
Das Problemkind bleibt die Abwehr.
Und jetzt die Bruddler:
Der zum Schiri im grünen
Trikot::
"Den hab' e gfressa, den
greana Pfifferling"
Auf den Rängen (Durchaus
im übertragenen Sinne zu verstehen):
A: Geschdern hanne den ...
gsä; der sieht mit seine 35 wie 50 aus.
B: Ja, ja. Zuviel blau macht
halt alt.
Während des Spiels,
Scharinger wird angeschossen und fälscht den Ball zum Mitspieler ab:
A: Stark, der Scharinger
(Häme pur).
B: Ja abr nur wenn 'r ohgschossa
wird. (Sarkasmus pur).