10.11.01: Kickers - SV Darmstadt 98 0:0, Zuschauer: 2750

Knackig kalt, aber sonnig, das lockte am Tag der Helfer immerhin knapp 3000 Menschen auf die Waldau. Belohnt wurden sie allerdings nicht.

Beide Mannschaften begannen übervorsichtig, die Darmstädter, vom Ex-Kickers Feichti dressiert, äh, trainiert, stellten sich hinten rein und warteten. Die erste Torchance der Kickers erarbeitete sich Kritzer durch eine Art Alleingang, den er mit seiner linken Schleiche (Klebe wäre übertrieben) abschloß.
Die Kickers spielten S-Bahn-Fußball, alle 15 Minuten erarbeiteten sie sich in der ersten Halbzeit ein Chancenbündel, doch wenn der Schuß schon mal auf das Lilien-Tor kam, brachte der Darmstädter Schlußmann immer wieder einen seiner Körperfortsätze zwischen Ball und Torlinie. Die Zeit dazwischen verbrachten die Mannschaften im Mittelfeld beim Suchen nach der richtigen Strategie (und ich sage: mit einem Stürmer antreten gehört nicht zu den guten), den Ball am Gegner vorbeizubringen. Meist erfolglos und wenig unterhaltsam für das Publikum, das sich mit den letzten Sonnenstrahlen als erhellendes Element begnügen mußte.

In der Pause hatten die Darmstädter offensichtlich richtig was zu hören bekommen, denn sie kamen mit viel Energie aus der Kabine, ohne jedoch wirklich gefährlich zu sein. Die Kickers nahmen den Kampf zum Glück auf. Es entwickelte sich ein klassisches Fußballspiel, die Heimmannschaft drückt, erarbeitet sich Gelegenheiten, die Auswärtstruppe lauert auf Konter. Der S-Bahn-Takt der Kickers verdichtete sich, alle 5 Minuten gab es Gelegenheit zum Haare raufen (wenn der beste Darmstädter, der Goalie, wieder mal die Finger drin hatte) oder sich mit abfälligen Handbewegungen Luft zu verschaffen (wenn die Blauen mal wieder am Tor vorbeizielten). Darmstädter Konter gab es zwei oder drei, die den Namen verdienten und sie bewiesen nur, daß die Hessen das Toreschießen genausowenig erfunden haben wie die Kickers. Der Fußballgott wollte den Blauen einfach nicht gerecht werden. Der selbsternannte Fußballgott, der Schiedsrichter, zürnte den Kickers in der 82. Minute dann ebenfalls, als er einen aus meiner Position klaren Foulelfmeter verweigerte. Danach ging den Blauen die Puste aus und das Remis rettete sich über die Zeit.

Verdient wäre ein Kickers-Sieg sicherlich gewesen, aber dazu gehört auch das Toreschießen. Ivan gefiel als agiler Stürmer, aber Durchschlagskraft hatte er leider auch keine. An Carnevale-Ballkontakte, er kam nach etwas über einer Stunde, kann ich mich kaum erinnen und Njock erinnert mich an den hüftsteifen Gummistiefelfußballer Winkler (der jetzt in Trier plötzlich wieder trifft, keiner weiß warum). Diese Truppe hätte noch sehr lange erfolglos das Tor berannt. Was bleibt als Trost? Wenigstens mal hinten zu Null gespielt. Hurra!

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Empfahl sich mit dieser Leistung für weitere Bezirksligaspiele. Teilweise groteskte Verdrehung der Tatsachen.

Spruch des Tages:
Anfeuerungsruf: "Jetzt oder nia."
Einer: "Nia, was sonschd."

Bruddler des Tages:
"Dr Scharinger isch wia a Dsehmargschei am 5. März 2002: kosch bloss no omdauscha."


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