Regionalliga Süd 2001/2002 - 22. Spieltag
23.2.02: Kickers - VfB Amateure 0:0
Ein Bruddelbericht von Manne Sauter

Zuschauer: ca. 3550

Vom Winde verweht oder ab in die Oberliga - ich war dabei

Eigentlich hätte es keinen Bruddler geben sollen. Mit frischem Wind sollte es in die "wichtigsten 13 Spiele der Vereinsgeschichte" gehen, auch von meiner Seite. Tja, der Wind, der tat ein übriges, dass es definitiv kein gutes Spiel wurde; und nicht die Sturmböen auf der Waldau werden dem Verein, den Spielern und auch uns demnächst noch kräftiger ins Gesicht blasen.

Das Spiel? Na ja, wer ein excellentes Derby erwartet hatte, der befindet sich sowieso auf dem Holzweg und hat die Situation in Degerloch völlig verkannt. Die Blauen begannen recht gefällig und hatten auch durch einen schönen Schuß von Neuzugang Paeslack eine gute Möglichkeit. Die "jungen Wilden" des VfB zeigten sich gar nicht so wild, sondern stellten sich brav hinten rein und da standen sie auch ganz gut. Nach vorne lief nicht
viel, sie hatten definitiv keine wirkliche Torchance; also auch vom VfB "Business as usual", auch wenn einige "Oberschlaue" glaubten die Roten technisch drei Klassen besser als unsere Blauen zu sehen. So ist's halt auf der Waldau - 3 Kurzpassstationen des Gegners und der "echte" blaue Fan - ne - Stadionbesucher meint, eine technisch starke Mannschaft gesehen zu haben.
Bei den Blauen trotzdem nicht nur Schatten, sondern auch Licht. Die Abwehr  um den überragenden Lösch stand sicher, auch wenn's zum Ende hin manchmal ein bißchen wirr war, was der ansonsten gute Cast fabrizierte,
aber das war Nervosität. Auch Kritzer sicher und auch mit wenigstens etwas Druck nach vorne. Er war auch der beste "Mittelfeldspieler", was über die Leistung derer, die dort Impulse setzen sollten eigentlich genug aussagt. Scharinger mit Einsatz, aber ohne Ergebnis, Protzel ein Totalausfall u.s.w..

Bleibt der Sturm: Paeslack erscheint mir weiterhin als eine Verstärkung, er rackerte und kämpfte, allerdings ohne wirklich zu brillieren, hätte er kurz nach der Pause das Ding rein gemacht, er wär' der Held des Nachmittags geworden. Am Schluß war er allerdings stehend K.O. und es ging nicht mehr viel. Auch Seppo Carnevale hätte das Ding entscheiden können, aber die schöne Flanke von Kritzer erwischt er aufgrund des Windes oder aufgrund eigenen Unvermögens, wer weiß, nur mit der Brust. Ansonsten, Totalausfall und er hat seinen Stammplatz damit ganz sicher verspielt, schade. Njock kam dann für Ihn, das sah allerdings auch nicht soviel besser aus. Ivan fehlte halt an allen Ecken und Enden. Und der Traum mit Seppo und Paeslack vorne und Ivan dahinter scheint aufgrund von Carnevales Leistung auch ausgeträumt.

Was bleibt ist die Erkenntnis, dass es wohl nur darum geht 4 Blinde in RL zu finden, die hinter uns bleiben und weiterhin zu hoffen und die Mannschaft zu unterstützen. Ob allerdings nach dem Gekicke so schnell
nochmal dreieinhalb Tausend auf die Waldau pilgern werden musss bezweifelt werden.
Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Einzelkritik:
Ebertz: Konnte sich nicht auszeichnen, aber auch keine Fehler machen.
Kritzer: Gut.
Cast: Solide
Lösch: Stark, stark.
Zimmermann: Bemüht, positiv.
Barth: Na ja. Eher magere Kost.
Protzel: Ungenügend, 6, setzen.
Scharinger: Mangelhaft ohne jeglichen Impulse.
Pleuler: Hätte mal was zeigen können, machte er aber nicht.
Paeslack: Einsatzfreudig, 2 Chancen; ordentlich.
Carnevale: Hielt sich an Protzel
Dörflinger: Schnell, nicht mehr.
Njock. Unbeweglich und uneffektiv.
Polat: Fiel mir nicht mehr so auf, war aber auf dem Feld.

Fazit:
Abwehr: 2-3
Mittelfeld: 5 -6
Sturm: 3 und 6, macht 4,5

Die Zuschauer:
Tja, die pure Verzweiflung, manche mit einer bemerkenswerten Sachkenntnis ausgestattet (siehe unten)

Der Schiri:
Für einen Fifa Schiedsrichter durchaus regionalligatauglich.

Und jetzt die Kommentare:
"Da sind in der Winterpause soviele neue gekommen, ich kenn keinen mehr da unten..."
(Aha, Anm. der Red.) (Soso, Anm. der Webtippse)

"Der Dreyer ist ja sooo schwach, der muss raus... ." (Anm.: Dreyer ist verletzt und hat nicht gespielt.)

Ebertz versucht einen Ball zu retten: "Wahrscheinlich hat er ihn ins Aus getippt."

"Es ist halt so" - es folgt die gnadenlose Analyse der Situation - "dass wir, die Fans, mit dem Abstiegskampf umgehen können, die Mannschaft aber nicht."

"Die Trauer hält bis Dienstag, dann keimt Hoffnung auf und wir organisieren die Auswärtsfahrt, ab Donnerstag kriecht dann wieder Angst in einem hoch." (sinngemäß wiedergegeben)


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