25.5.97: Hertha BSC Berlin - Kickers 0:1, Zuschauer: warenwelcheda
Kickers und Flutlicht + viele Zuschauer, das gibt ja normalerweise nichts Rechtes, man denke an das erste Saisonheimspiel gegen Kaiserslautern. Doch die aufgestiegenen Berliner schauten nicht schlecht (die meisten Kickers-Dauergäste wohl auch) als gleich nach 5 Minuten Toni Sailer ein Kabinettstückchen probierte und mit dem Außenrist eine Kopfballvorlage von Beierle über den Torwart lupfte. Leider fiel der Ball erst hinter der Latte aufs Netz.
Die Berliner brauchten weitere 5 Minuten, um sich von dem Schock zu erholen und weckten den letzten Zuschauer mit einem 30m-Lattenknaller. Dann sang der Preetz "Was machst du mit dem Knie, lieber Adnan", als ihm Kevric seinen Kopfball mit ebendiesem Körperteil von der Linie pflückte. Diese Aktion gehörte (leider) zu Kevrics besseren, bei seinen Eckbällen im weitern Verlauf des Spiels wollte einem das Bier echt nicht mehr schmecken.
Die Berliner zeigten für den Rest der Halbzeit, wie ein Neu-Bundesligist zu spielen hat, griffige Konter, ballsicher im Abspiel, alles Dinge, bei denen die kanariengelben Blauen im Vergleich nicht gut abschnitten. Lediglich die letzten Meter zum Tor offenbarte die alte Dame Hertha eine erschreckende Einfallslosigkeit, die sich in Fernschüssen und "Wir-wurschdeln-den-Ball-in-der-Mitte-durch"-Aktionen ausdrückte. Bis zur Pause geschah wenig aufregendes.
Direkt nach der Pause zeigte Markus Lösch, warum er zu meinen Kickers-Lieblingsspielern gehört, energisch trat er an, setzte sich durch und schloß den Sturmlauf mit einem präzisen Schuß ins Eck ab. Tja, Herr Beierle, so spielt man, wenn einem der Trainer gesagt hat, daß man Stürmer ist.
Die Berliner beschlossen direkt darauf, daß die Aufstiegsfete durch ein 0:1 ziemlich getrübt sein könnte und schickten sich an, das Ergebnis zu ändern. Fleißig griffen sie das Kickers-Tor an und erspielten sich Chance um Chance, die jedoch allesamt verpufften oder von Walter entsorgt wurden. Axel Kruse fluchte immer anhaltender, gegen Achim Pfuderer spielen zu müssen erzeugt halt einfach Frust.
Als ein Teil der Berliner Zuschauer schon ihre Zeit lieber mit Randale und Anti-Polizei-Sprechchören zu verbringen gedachte, wurde es nochmal dramatisch. Erst verspielte Kevric die wunderschöne Vorarbeit von Sirocks, als er aus 8 Metern den Ball nicht am Berliner Abwehrspieler vorbeibrachte und der Torwart mit letzter Kraft den Ball zur Ecke boxte.
Auf der anderen Seite mußte sich Michael Preetz schon wieder über ein Kickers-Körperteil aufregen, die Brust von Santl verhinderte auf der Torlinie den Ausgleich, der längst verdient gewesen wäre. Ein, zwei Herzstillstände hatten die Kickers-Zuschauer noch zu überstehen, dann war das Aufstiegsgespenst wieder da. 2 down and 2 to go, würde der Amerikaner sagen.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Gut.
Bruddler des Tages:
Spruch des Tages:
Fallen mal wieder aus wegen is nich.
[Dem Autor die Meinung sagen] [Mehr Bruddelkommentare] [Zur Kickers-Homepage] [Zurück zur Homepage]