5.4.97: Kickers - Eintracht Frankfurt 0:0, Zuschauer: 4467
Ja, richtig gelesen, nur läppische 4500 Fußballanhänger (es sah zwar mehr nach 6000 Zuschauern aus, aber Zahlen lügen ja nicht) verloren sich an einem saukalten und regnerischen Samstag nachmittag im Waldaustadion und davon sogar noch eine stattliche Anzahl Frankfurter Anhänger, die den Fanblock mehr als voll machten. Und das obwohl die Frankfurter Fußballer mit einem ganzen Haufen Bundesligaspielern a la Gaudino, Dickhaut usw. antraten.
Nervös begannen die Blauen und nach 5 Minuten und
viel zu vielen Frankfurter Ecken schien das 0:1 nur noch eine Frage der
Zeit. Doch zwingende Chancen blieben aus, höchstens durch Fehler in
der Kickers-Abwehr kamen die Frankfurter mal richtig gefährlich vor's
Tor, doch Walter rettete vor Güntensberger.
Um nun vom Berichterstatten wieder zum Bruddlen zu kommen: mein Lieblingsopfer
Raspe brauchte mal wieder über eine halbe Stunde bis er wirklich beide
Beine im Spiel hatte. Dafür mußte sich Bernd Santl, im letzten
Spiel von den Bruddlern geschmäht und vom Trainer gelobt, Häme
a la "Flankengott" gefallen lassen. Bruddler kennen keine Gnade.
Nach einer halben Stunde dachten sich die Kickers, daß wir "das mit dem Angreifen auch mal probieren könnten" und kamen zu zwei, drei Annäherungen an den Ansatz des Versuchs einer Torchance. Ansonsten gähnte man herzhaft und amüsierte sich höchstens über die Versuche des übermotivierten Labak, seinen Frankfurtern Gegenspieler die Bälle abzujagen, was unter anderem in Maurizio Gaudinos Familienplanungsinstrument endete und folgerichtig mit einer Auswechslung zum Schutz vor dem Platzverweis endete.
Nach der Halbzeit begann das Spiel neu, zu meiner Freude wurde nach langer Verletzungspause endlich mal wieder Tomi Maric auf den Platz geschickt, dem man die lange Pause aber noch anmerkte. Der vom VfB Stuttgart (kicher!) verpflichtete Frankfurter Becker rahmte mit zwei 964%igen Torchancen (beide Male verlud er den Torwart und das Tor, elber schuld) eine Kickers-Drangphase ein. Zunächst ein strammer Schuß aus der zweiten Reihe, dann übten Sailer und der Frankfurter Torhüter für die Laokoon-Gruppe und zu guter Letzt wühlte sich Maric in typischer, aber glückloser Manier durch den Frankfurter Strafraum. Den klingenden Abschluß behielt sich aber Robert Hofacker vor, heute merkwürdig unsicher, in dieser Szene allerdings nur unglücklich, denn sein schöner angeschnittener Linksschuß klatschte nur gegen den Pfosten.
Die 73. Minute in dieser nun kurzweiligen zweiten Hälfte
brachte endlich das so häufig geforderte Überraschungsmoment.
Malchows Freistoß wurde von einem Bein abgefälscht, alle riefen
"Eckball", der Schiri pfiff - Elfmeter und zeigte einem Frankfurter
die gelbe Karte.
Die folgende Diskussionsrunde erstreckte sich aufs ganze Stadion, auf der
Haupttribüne fragte man sich, was los gewesen war, im Frankfurter
Fanblock wurde über die grausamste Todesart diskutiert und die Frankfurter
Spieler bestürmten den Schiedsrichter wie ein Rudel Ameisen einen
Elefanten. Als in der 76. Minute der Elfer endlich ausgeführt werden
konnten, hatten die dauernden Diskussionen an Markus Löschs Nervenkostüm
Spuren hinterlassen, denn der Frankfurter Keeper hatte wenig Probleme den
schwach geschossenen Elfer zu halten.
Stimmung und gelbe Farbe herrschte nun auf dem Platz, doch leider ergab sich für keine Mannschaft eine weitere zwingende Torchance, so daß die Punkte zu guter Letzt verdient geteilt wurden.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
In der ersten Halbzeit wirkte er mit endlosen
Ermahnungen wie ein Waldorfschullehrer ("Du, wir können ja über
alles reden, ja?"), in der zweiten verteilte er seine Fehlentscheidungen
wenigstens gerecht.
Bruddler des Tages:
Spruch des Tages:
Lag es am Wetter? Oder geizen die Schwaben jetzt
auch schon mit Sprüchen? Man weiß es nicht, zu sammeln gab es
nichts.
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