19.4.97: Kickers - SpVgg Unterhachung 1:0, Zuschauer: 2894

Greidsgrabbasagg, wird das denn in diesem Frühjahr überhautpt nicht mehr warm? Oder fehlt einfach die beheizbare Haupttribüne? Und dazu kam zunächst überhaupt nichts erwärmendes, nach acht Minuten kam der Unterhachinger Mittelstürmer völlig frei an den Ball, entschloß sich glücklicherweise für einen Volleyschuß, der das Ziel relativ weit verfehlte.

Für die erste Antwort brauchten die Kickers nur 60 Sekunden, sie blieb noch ohne Folgen. Die zweite Antwort, weitere sechs Minuten später, hatte dann Format. Chatzis wurde im Strafraum angespielt, wand sich um den Verteidiger, der unter der verbreiteten Fußballerkrankheit "Die-Angst-des-Abwehrspielers-vor-dem-Elfmeterpfiff" litt, hob die Flanke über Freund und Feind und am langen Pfosten hielt Markus Beierle den Kopf hin und markierte das 1:0.

Damit hatte es sich dann für eine Weile, ehe es nach einer halben Stunde hieß: "It's Toni-Sailer-Time". 2 Kopfbälle innerhalb einer Minute, vor allem der Erste ein Hundertprozentiger, konnte der Hachinger Torwart entschärfen. Toni ärgerte sich fast so gestenreich wie die vereinigten Bruddler.

In der zweiten Halbzeit ging den Kickers ein wenig der Saft aus (von was eigentlich?) und sie verlegten sich aufs Kontern, während Unterhaching versuchte, nach vorne zu spielen. Versuche, mehr konnte man die hilflosen Bemühungen der Bayern wirklich nicht nennen. Gefahr entstand nur aus Standardsituationen oder wenn der lebende Eckball und Mannschaftskapitän wieder mal einen Einwurf in den Kickers-Strafraum brachte. Außer einmal, als Walter in die falsche Ecke rannte und der Hachinger Stürmer den Kopfball neben das Tor setzte, entstand jedoch kaum richtige Gefahr.

Um so aktiver zeigten sich die Kickers bei ihren Kontern und Entlastungsangriffen. Vor allem Beierle bekam einige Einschußmöglichkeiten. In der 75. Minute, die Zahl vergebenen Chancen näherte sich bereits der Staatsverschuldung, setzte er einen traurigen und klingenden Höhepunkt, als er den Innenpfosten traf.

So mußten die Fans weiter zittern, auch weil Raspe am Gewinn des Fairplaypokal arbeitete und viel zu häufig den Ball einem Hachinger zu spielte, die jedoch in der Regel nichts damit anfangen konnten. Überhaupt müssen die Fußballplätze in Bayern breiter sein, denn anders ist es kaum erklärbar, warum die Anspiele der Hachinger nach vorne praktisch immer im Seitenaus landeten.

Und weil ich schon lange keinen mehr gelobt habe, erwähne ich an dieser Stelle Stefan Minkwitz, sowohl nach vorne als auch nach hinten eine absolut souveräne Partie.

Und noch was: unser Trainager Wolf träumt ja von der ersten Liga und dem dritten Platz. Den UltrasuperduperJackpot-Lottogewinn für die sechs bis acht erstligatauglichen Profis sollte er möglichst vorher vom Traum in die Realität holen.....

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Wenn dich ein Abwehrspieler, der nicht hackt,
von hinten an der Gurgel packt,
wenn dir also Wüstes widerfährt,
dann ist das einen Freistoß wert
(Ode an den geschundenen Beierle)

Bruddler des Tages:
Kommentare nach einem haarsträubenden Hachinger Fehlpaß:
"Wanne dia Ondrhachengr so säh, frogeme, wia dia uff de fuffda Tabellabladds komma send."
"Na ond? Mir send seggsdr, des wonderd me no vial meh."

Spruch des Tages:
Als Toni Sailer wieder mal einen Ball akrobatisch verstolperte:
"Där woiß bloß no ned, dasser me wia oin Fuß hod.".


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