11.5.97: Kickers - KFC Uerdingen 1:0, Zuschauer: 3121
Tolles Wetter, 20 Grad, die Mannschaft auf dem fünften Platz, der Gegner ein Erstligaabsteiger und dann 3121 Zuschauer....vielleicht sollte man mal bei ran eine Anzeige schalten.
Denen die nicht kamen, blieb der Schock erspart, vom Unfalltod von Osman Per zu hören, der in seiner Heimat mit einem Lastwagen kollidiert war. Unfaßbar...
Die Uerdinger machten in den ersten Minuten deutlich, welches Video sie im Mannschaftsbus angesehen hatten. Es mußte eindeutig das Dschungelbuch gewesen sein, denn sie versuchten's mit Ruhe und Gemütlichkeit. Die Kickers schauten sich das 15 Minuten an und packten dann die linken Füße aus. Zuerst drosch Pfuderer aus 25 Metern aufs Tor, dann versuchte sich Minkwitz aus 15 Metern, doch beide Male verhinderte der Uerdinger Torhüter Schöneres.
Es dauerte eine weitere Viertelstunde, ehe es weitere Torschüsse gab, irgendwie gefährlich zwar, aber überhaupt nicht zwingend und so gingen die Mannschaften mit leeren Händen in die Kabine.
Ohne Maric, dafür mit Toni "Liebling der Massen" Sailer kamen die Kickers wieder aus der Kabine. Warum Maric und nicht der müde wirkende Beierle das Feld verließ, bleibt das Geheimnis von Wolfgang Wolf. Vielleicht war er verletzt oder er mußte angesichts der Wolken das Verdeck seines Cabrios schließen, man weiß es nicht.
Durch Toni kam auch gleich Stimmung auf. Bei einer hohen Kevric-Flanke stellte er sich hinter seinen Uerdinger Bewacher und verwirrte ihn dadurch so, daß dieser den Ball ziemlich unbedrängt statt mit dem Kopf mit der Hand klärte. 49. Minute, Elfmeter. Wer sollte nach den jüngst drei verschossenen Elfmetern antreten? Latürnich Toni. Sailer schnappte sich den Ball und drosch ihn flach ins rechte Eck, daß es eine Freude war.
Danach kamen endlich wieder die Bruddler zu Wort, denn spontan vergaßen die Kickers das Fußballspielen und Uerdingen rückte mächtig auf. Nachdem sie zuvor 50 Minuten überhaupt nichts gezeigt hatten, kamen sie jetzt zu Torchanchen.
Besser noch, durch ein Tackling des Grauens (ich bin froh, daß ich nicht gesehen habe, von wem) kamen die Uerdinger zu einem völlig berechtigten Foulelfmeter. Es offenbarte sich allerdings, daß die Uerdinger nicht das Dschungelbuch, sondern ein paar Videos der letzten Kickersspiele gesehen hatten. Der Teil mit den verschossenen Elfmetern muß "Pele" Wollitz so beeindruckt haben, daß er seinen Elfmeter nach 55 Minuten an den Pfosten setzte.
Nicht, daß die Kickers dadurch an Sicherheit gewannen, im Gegenteil. Als auch Kevric (in einer Zeitung las ich was vom "besten Mittelfeldspieler der zweiten Liga" (BRUHAHA!)) und der gute Sebescen den Platz verlassen hatten, legte sich schon in der 72. Minute Achim Pfuderer mit einem Wadenkrampf auf den Platz. Beierle schleppte sich mit letzter Kraft vorwärts und zu allem Überfluß verletzte sich der zum ersten Mal nach seinem Fußbruch eingewechselte Ralf Becker nach 82. Minuten so schwer, daß die Blauen die letzten Minuten mit einem Mann weniger bestreiten mußten.
Zum Glück stellten sich die Uerdinger so erschreckend schwach dar, daß der knappe Vorsprung über die Zeit gebracht werden konnte.
Und zum Thema Aufstiegsgespenst, das nun heftig in Degerloch herumgeistert, möchte ich nur sagen, daß man in der Bundesliga mit einer solchen Leistung eine Niederlage einfährt. Wer nach dem Führungstreffer so den Faden verliert, braucht die ganze Hand, um die dann folgenden Gegentore zu zählen. Und auch bei schwül-warmem Wetter sollte die Kraft für mehr als 70 Minuten reichen......
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Eine Leistung wie ein gutes Stück Speck:
Durchwachsen. :-)
Spruch des Tages:
Als ein Uerdinger nach einem Tritt auf den davonrollenden
Ball zeigte:
"Genau. Dord rolld dr Ball ond do hoschd du gfauld."
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