21.5.97: Kickers - VfL Wolfsburg 0:0, Zuschauer: 4300
Tja, Schalke schießt keine Tore und wird UEFA-Pokalsieger, die Kickers schießen keine Tore und bannen damit fast die akute Aufstiegsgefahr, in der sie in den letzten Wochen geschwebt hatten.
Nicht, daß sie es nicht probiert hätten - für dieses Spiel, trotz des trostlos wirkenden Ergebnisses einer der besten Auftritte der Blauen im Waldaustadion, sollte man fast eine Kolummne gründen, die in der Überschrift das Wort "Bruddel" nicht enthält. Obwohl, die üblichen Kandidaten gaben dem Bruddler wieder genug Raum für eigene Erweiterungen. Sei es Beierle, der nur 2,4% seiner Kopfballduelle gewann (einmal kam er unbedrängt an den Ball), sei es Kevric, der mal wieder einen seiner vielen "Doch-relativ-weit-von-der-Weltklasse-entfernt"-Tage erwischt hatte.
Das Spiel begann munter, vor allem von Wolfsburger Seite, die sicher kombinierten und man fragte sich in der ersten halben Stunde, wer hier eigentlich die Heimmannschaft war. Als dann auf der Anzeigentafel (ich greife hier mal vor, im Jahre 2030 gibt es sowas ganz bestimmt auch im Waldaustadion) die Spielminuten vorne eine 3 bekamen, hagelte es die dicken Torchancen. Zunächst zwei für die Wolfsburger, deren beste Torwart Walter im 1-1-Duell mit dem Wolfsburger Stürmer eliminierte. Zum Ausgleich setzte Kevric einen Freistoß knapp am Pfosten vorbei.
Nachdem mal wieder einer der gelbbelasteten Wolfsburger Abwehrspieler ungestraft einen Kickers-Stürmer umgetreten hatte und mit einer sanften Ermahnung davonkam, zeigte Wolfgang Wolf den Zuschauern einen eleganten Weg sich den rechten Arm auszukugeln. Zum Glück bat ihn der Schiedsrichter nicht, diese Übungen auf der Tribüne fortzusetzen.
Nach der Pause, offensichtlich wurde in der Kabine 15 Minuten lang an einer Zweitligatabelle herumgerechnet und herausgefunden, daß es doch drei Punkte sein sollten, wurden die Kickers stärker und den Wolfsburgern blieben nur ein paar Konter, die sie allerdings sehr gefährlich vortrugen und die meist erst beim unermüdlichen Pfuderer endeten. In der 57. Minute gipfelten die Kickers-Bemühungen in der Torchance des Jahres, als Beierle auf einem Schlag zum Helden hätte werden können, wenn er den Ball, den er dem Wolfsburger Verteidiger an der Strafraumgrenze geklaut hatte, ins Tor geschossen hätte, statt ihn dem liegenden Torwart in die Arme zu spielen.
Danach wollte nichts mehr so richtig klappen, obwohl man durchaus den Willen erkennen konnte. Teilweise kombinierten die Blauen richtig ansprechend, jedoch nur in Bereichen des Spielfeldes, in denen die vernetzte Teppichklopfstange nicht von der reinen Fußballlehre ablenken konnte. Vor dem Tor hätte man die Rückennummer des nächsten Spielers, der den Ball bekommt, auch auswürfeln können und wäre sicherlich zu ähnlichen Ergebnissen gekommen.
So konnten die Zuschauer am Schluß noch zufrieden sein, daß die ungestümte Attacke eines Kickers-Verteidigers im eigenen Strafraum in der 89. Minute nicht zu einer Vorschau auf das UEFA-Pokalendspiel führte......
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Ne, also ne, also wirklich, selten so eine merkwürdige
Mischung aus Benachteiligungen und Fehlinterpretationen gelbwürdiger
und nichtgelbwürdiger Untaten habe ich schon lange nicht mehr gesehen.
Bruddler des Tages:
Toni legt sich den Ball mal wieder viel zu weit
vor:
"Um den zu kriegen, hätte er Carl Lewis heißen müssen."
"Laß ihn doch träumen, er ist doch noch jung."
Spruch des Tages:
Als der Schiriassistent mal wieder in die falsche
Richtung winkte:
"Dia hend doch älle vorher en VW griagd."
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