1.6.97: Kickers - VfB Leipzig 3:1, Zuschauer: 4614

Was muß wohl passiern, daß sich mal 5000 Zuschauer den Weg ins Stadion finden? Müssen erst der Buchwald und der Klinsmann gekauft werden? Ich weiß es nicht und frag auch nicht weiter. Auf zum letzten Saisonheimspiel gegen die unbequemen Leipziger, die es auf die oberbayrische Art machten, vorne schmuck und und hinten rustikal. Ex-Kickers Kujtim Shala hatte wohl noch ein paar alte Rechnungen offen und so wurde in der Anfangsphase mehr provoziert und gerangelt als Fußball gespielt.

Den Kickers hatte man wohl in der Kabine erklärt, daß ein Sieg die Chance zum Aufstieg erhalten könnte und diesmal hatten sie es wohl auch begriffen. Nervös agierten die Blauen und der sonst so vorzügliche Pfuderer haute zweimal ziemlich unglücklich auf den Ball ein, Kevric verteilte blinde Pässe zu virtuellen Mitspielern, die nur er sehen konnte und Beierle verlor tapfer Zweikampf um Zweikampf. Und wenn denn mal ein Angriff etwas erfolgsversprechender aussah, verhinderte der Leipziger Torwart Hoffmann erfreulicheres.

Die Leipziger spielten dagegen Konterfußball und waren bei Eckbällen immer gut gefährlich, was gegen die verunsicherte Kickers-Abwehr prompt in der 42. Minute zum 0:1 führte. Lösch summte auf dem Weg in die Halbzeit vermutlich "Wenn ich ein Mädchen wär" (Melodie von "Weil ich ein Mädchen bin"), denn mit einer breiteren Hüfte hätte er, der den langen Pfosten deckte, den Kopfball von Fuchs noch aus dem Tor gedrückt.

Wolfgang Wolf packte in der Kabine der Wagemut und er nahm Raspe und Strogies raus, die zwar gut gespielt hatten, aber eben hinten und wechselte mit Sirocks und Gora Kandidaten für die vordere Reihe ein. Als nach einem Zusammenprall Markus Beierle auch noch gegen Maric ersetzt wurde, spielten die Kickers alles oder nichts, hinten halfen Pfuderer, Wülbier und der liebe Gott, vorne wirbelten...naja, versuchten die anderen zu wirbeln.

Nach einigen vergebenen Chancen, Hoffmann erwies sich als Meister seines Fachs, war es einmal mehr Toni Sailer, der den Bann brach. Mit dem Rücken zum Tor nahm er den Ball an, wurstelte sich um seinen Gegenspieler herum und verschaffte den Zuschauern die erhoffte Glücksseligkeit.

Die Zeit verrann, die Kickers kämpften, allen voran Toni Sailer, Kevric schleppte die Bälle nach vorne (mehr Lob wäre unangebracht) und die Leipziger standen immer mehr mit dem Rücken zur Wand. Und die Zuschauer litten vor sich hin, mein Nachbar boxte mir dauernd in die Seite, aber man witterte die Chance.

Die 85. Minute gehörte Tomislav Maric; nachdem er vorher einige Chancen vergeben hatte, wurde er freistehend angespielt, zögerte, zögerte und lupfte im letzten Moment den Ball so elegant über den Leipziger Torhüter, daß die Bruddler mit der Zunge schnalzten und Lars Ricken die Stirn runzelte.

Die Leipziger hatten nun offensichtlich keine Lust mehr und nach einem weiteren Angriff und einem Kung-Fu-Sprung ins Leere von Hoffmann sorgte Lösch für die endgütige Entscheidung.

Daß in der Schlußminute sich auch Toni Sailer in die Liste der Elfmeter-Fehlschützen eintrug (Hoffmann hielt, obwohl er schon lange ausgewechselt werden wollte), störte niemanden mehr....wenigstens haben Wolfsburg und Mainz mit ihren Siegen das Aufstiegsgespenst endgültig aus Degerloch vertrieben (wer glaubt da an ein 10:0 in Gütersloh?)

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Die beste Saisonleistung, die ich gesehen habe. Immer um Deeskalation bemüht, meistens richtig liegend, die Spieler beruhigend statt aufregend (gell, Herr Merk!). Bis auf den Handelfmeter....naja.

Bruddler des Tages:
Spruch des Tages:
Och Leut, das war alles so aufregend....wie soll man sich da noch die Sprüche merken?


[Dem Autor die Meinung sagen]    [Mehr Bruddelkommentare]     [Zur Kickers-Homepage]    [Zurück zur Homepage]