3.8.97: Kickers - Carl Zeiss Jena 2:1, Zuschauer: 3509
Es lohnte sich nochmal genau auf die Eintrittskarte zu schauen. Doch, es stand Saison 97/98 drauf. War nämlich alles wie letztes Jahr: Wenig Zuschauer, Elfmeter verschossen, kein Mittelfeld, viele Torchancen, wenig Tore, viel Gebruddel und trotzdem gewonnen.
Halt, eine Sache war anders. Gleich zu Anfang fiel ein junger Mann mit dunklem Teint auf, der einen Ball stoppen konnte, ohne daß er fünf Meter wegsprang, der mal schnell einen Gegner ausspielen konnte und den anschließenden Paß sogar zum eigenen Mann brachte. Mourad Bounoua hieß er, einer der vier neuen und er spielte ein nicht bebruddelbares Heimdebut im Waldaustadion.
Keine vier Minuten dauerte es, als den Bruddlern auf der Tribüne wegen massiver Rauferei die Haare auszugehen drohten. Im Mittelfeld reklamierte man gerade noch einen Freistoß, als der Jenaer Toptorschütze Zimmermann auf und davon war, Ralf Strogies sich düpieren ließ und Walter den Ball ins kurze Eck bekam. Das war auch schon die vorvorletzte Jenaer Torchance, die aus dem Spiel heraus entstand, die vorletzte strich einige Minuten später am Pfosten vorbei.
Auf der anderen Seite agierte Beierle..nun .. man soll ja im ersten Spiel nicht zu hart sein.....unglücklich. Die Krönung, sein Kopfball an die Latte aus 2m Entfernung. Immerhin beschäftigte er seinen Gegenspieler so, daß dieser ihn in der 36. Minute innigst umarmte ("Danke für den Solizuschlag, Kollege."). Dummerweise tat er das im Strafraum und der Schiri zeigte auf den Punkt. Maric trat an und schoß - willkommen im Club - so schwach, daß Kischko keine Mühe hatte, den Ball abzuwehren.
Der Frust saß tief auf der Tribüne, schon wieder einer...ADM sollte mal eine Regeländerung beantragen, die die Chancen des Schützen beim Elfmeter erhöht.
Der Frust hatte jedoch nur 6 Minuten Zeit zum Fressen, eine wunderschöne Hereingabe ließ Maric einmal auftropfen und drosch die Kugel ins lange Eck.
Beierle blieb in der Kabine und Ebse Carl kam zu seinem ersten Einsatz für die Kickers. Gleich erspielte man sich ein paar halbe/dreiviertel Chancen, kurz darauf spielten nur noch die Blauen. Doch auch beste Kopfballchancen (Strogies, der eingewechselte Sailer) konnten nicht verwertet werden. Dafür brachte Wolfgang Wolf dann noch mehr Farbe ins Spiel, als er Mallam einwechselte, der ebenso wie Bounoua vor allem dadurch auffiel, daß er den Ball nicht für ein Schuhputzgerät hielt.
Um die 73. Minute dann Dauerherzstillstände. Erst schob Carl, der die meiste Zeit davor auch nur herumgebeierlet hatte, nach einer Mallam-Sahneflanke den Ball dem Torhüter durch die Beine, doch einer Jenaer Verteidiger kratzte den Ball von der Linie. Sailers verunglückte Flanke landete auf der Latte und im direkten Gegenzug hob Zimmermann den Ball über den herausgelaufenen Walter, aber zum Glück auch über das Tor.
In der 84. die letztlich verdiente Entscheidung. Im Zweikampf sprang dem Jenaer erst das Leder an die Hand, was dem Schiedsrichter seinem Gewinke nach zu schließen wohl noch nicht reichte, doch Carl zog den Jenaer zu Boden, legte sich drunter und winkte, was dann beim Schiri endgültig die Elfmeterpfiff-Hemmschwelle löste.
Sailer schnappte sich den Ball, obwohl er nicht vorgesehen schien, verwandelte eiskalt, die Kickers-Fans stimmten den "Nur der SVK"-Gesang an und die Blauen schaukelten das 2:1 über die Zeit. The good things never change. :-)
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Nun, ich wußte nicht, daß es auch
beim Pfeifen einen Solizuschlag gibt. Aber zum Glück sind 7.5% schnell
aufgebraucht. Naja...
Bruddler des Tages:
"Beierle aufwacha."
"Noi, hoimganga."
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