Wunderschönes Wetter auf der Waldau, doch die fehlenden Zuschauer mußten geahnt haben, was sie heute erwarten würde. Wie inzwischen üblich gab es ein frühes Tor nach 10 Minuten, doch diesmal fiel es auf der anderen Seite. Kevric hatte eine Ecke flach nach innen geschlagen und von der Strafraumgrenze schob Mourad Bounoua den Ball ins kurze Eck des Zwickauer Tores.
Wer nun dachte, daß dieser Schuß wie ein Schierling-E605-Kombinationspräparat für die Zwickauer Hoffnung auf Punkte war, sah sich herb enttäuscht. Wie auch schon in der letzten Saison schliefen die Blauen nach der Führung komplett ein und nuckelten friedlich auf dem Platz umeinander. Es wäre besser gewesen, wenn man sich nach der 10. Minute aus dem Staub gemacht und den Kickers-Sieg begossen hätte.
Da aber die meisten Zuschauer nicht mit hellseherischen Fähigkeiten ausgestattet waren, blieben sie und konnten sich von der Hilflosigkeit zweier Teams beim Versuch in den gegnerischen Strafraum einzudringen überzeugen.
Keiner wollte in die offensiven Zweikämpfe, keiner übernahm Verantwortung und so kamen die Kickers allenfalls durch Standardsituationen zu Ansätzen von Torchancen.
In der zweiten Hälfte kam den Zwickauer der Gedanke, daß man es ja auch mal mit Toreschießen probieren könnte (nachdem sie in der ersten Halbzeit eher griechisch-römisch gespielt hatten und auch noch ungestreift damit durchkamen). So machten sie sich auf, sich ein paar Torchancen zu erspielen, doch der erschreckende Mangel an Mitteln verhinderte größere Gefahr für das Kickers-Tor. Außer ein paar Fernschüssen, die Walter aber souverän entschärfte, bot sich kaum eine Chance.
Dafür demonstierten die Kickers, wie man aus einem potentiellen Konter eine gute Einschußmöglichkeit für den Gegner generiert. Doch die Zwickauer bewiesen auch hier die Richtigkeit ihres aktuellen Tabellenplatzes.
So pfiff das grüne Männchen nach 92 Minuten ab und mehr als ein "Hauptsache, gewonnen" und "Pfudi ist wieder der Alte!" konnte man von diesem Tag nicht mitnehmen.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Unterbot das Niveau des Spiels locker um zwei Größenordnungen.
Statt divenhafter Gestik hätte er lieber in der Anfangsphase ein paar
gelbe Karten zeigen sollen, so kam eine ziemlich unnötige Hektik ins
Spiel, die sich bis zum Schluß durchzog. Dabei hatte er einen blinden
Assistenten, der mit beeindruckendem Selbstvertrauen eine neue Auslegung
der Abseitsregelung durchzog. Benachteiligte glücklicherweise beide
Mannschaften gleichmäßig.
Bruddler des Tages:
"Do henda siads aus, wia wenner Kardoffla rausgmachd
hed", nachdem Stefan Minkwitz statt des Balles ein paar Quadratmeter Rasen
in Bewegung versetzt hatte.
Spruch des Tages:
"Dia Bläddr falled scho von ollei rondr, dia brauchsch
ned au no abschiaßa", als ein Zwickauer den Ball ziemlich hilflos
aus dem Stadion drosch.