2.11.97: Kickers - Fortuna Düsseldorf 2:4, Zuschauer: 3899

Wow, mal was ganz neues, es gab kein Tor in den ersten 10 Minuten.
Dafür hatten sich die Kickers nach dieser Zeit prima warmgespielt und das Spiel vollkommen im Griff.
Die erste richtig gute Torchance entstand aus einer Kopie des Zwickauer Tores, Ecke Kevric und Bounoua von der Strafraumgrenze, und sein Schuß hätte auch diesmal mit Macht im Tor eingeschlagen, wenn nicht der Düsseldorfer Torhüter und ein Abwehrspieler den Ball mit letztem Einsatz aus dem Kreuzeck gekratzt hätten.
So ging es in der ersten Halbzeit weiter. Die Kickers um Torchancen bemüht, Düsseldorf pomadig, defensiv, auf Konterchancen lauernd. Doch die Blauen wurden immer besser, die Torchancen häuften sich und es dauerte letztlich bis zur 40. Minute, ehe Kevric einen Freistoß etwas zu weit trat, Beierle sich den Ball an der Torauslinie erlief, zu Minkwitz zurückpaßte und dessen wunderschönen, harten Ball in den Strafraum Achim Pfuderer mit einem wuchtigem Kopfstoß am etwas anderen Walther im Kasten vorbei ins Tor beförderte.

Gleich nach der Halbzeit machen die Kickers da weiter, wo sie aufgehört hatten, erzeugten Druck gegen die von Anfang an rustikal vor sich hinfaulenden Düsseldorfer Abwehrspieler und kamen nach einer fenen Vorarbeit von Bounoua, einem Beierle-Kopfball an die Latte und Kevrics Riecher, der den Abpraller verwandelte, zum logischen 2:0.
Das 3:0 lag in der Luft, es schien nur eine Frage der Zeit.



Das da oben ist kein "Horizontal Rule" wie HTML behauptet, sondern der Bruch im Spiel, der letztendes für entgeisterte Fans sorgte.
Die Düsseldorfer fuhren nämlich in der 57. Minute einen Konter (Moment, welche Mannschaft führte 2:0? Naja, egal), die Blauen sahen sich das interessiert an, griffen aber nicht ein. Daß z.B. Igli Tare einen Jürgen Kohler schwindlig spielen kann und über einen harten Schuß verfügt, muß Dirk Wülbier völlig überrascht haben, denn er stand drei Meter entfernt, als der Albaner von der Strafraumgrenze abzog. Da Walter nur noch die Fingerspitzen dranbrachte, stand es 2:1.
Wer jetzt erwartet hätte, daß die Kickers sich clever zurückfallen  und die anstürmenden Düsseldorfer auskontern würde, sah sich getäuscht.
Wie ein Hühnerhaufen rannten die blauen Götter durcheinander, wieder war es Wülbier (sorry, Dirk, aber auch ein Kohler hat mal nen schlechten Tag), der zu weit wegstand, als der Ausgleich fiel.
Jetzt wechselte Wolfgang Wolf, brachte Malchow für Carl, doch zur Stabilisierung führte das nicht. Auch die rote Karte für einen von hinten blutgrätschenden Rheinländer half nicht. 11 Blaue wurden von 10 Roten gründlich ausgespielt und Malchow konnte froh sein, daß er mit Gelb davon kam, denn viele standen nicht mehr hinter ihm, als er den gegnerischen Angreifer 18m vor dem Tor niederstreckte.
Mit Freistößen haben's die Kickers nicht, wie schon zuvor in Köln paßte auch dieser sauber im Eck und so ward aus der 2:0-Führung zur 50. Minute ein 2:3-Rückstand in der 73. Minute geworden.
Eigentlich ja Zeit genug, noch was umzubiegen, doch bei den Jungs lief rein gar nichts mehr zusammen. Beierle vergab zwei sehr gute Chancen. Die hätte er vor zwei Wochen noch im Schlaf verwandelt...jaja, die Nerven. Da Wolf auch nicht gerade die Offensive verstärkte, als er Becker einwechselte (Toni Sailer war schon müde vom Warmlaufen), kamen die Kickers nicht zu weiteren Toren. Im Gegenteil, die in Unterzahl agierenden Düsseldorfer spielten die Kickers-Abwehr nochmal sauber aus und nach 78. Minuten schob ein Stürmer nach feinem Solo um Walter herum die Kugel ins leere Tor und beendete jede Hoffnung auf den dritten Tabellenplatz, der bei einem Sieg möglich, angesichts der heutigen Leistung aber eher zu Fehleinschätzung der wahren Stärke geführt hätte.
Hoffentlich der Dämpfer zur richtigen Zeit.
 

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Nun, der Assistent an der Haupttribüne geizte wirklich nicht mit Fehlentscheidungen, der Schiri selber ließ sich zwar lange Zeit, bis er die Grätschen der Düsseldorfer entsprechend mit farbigen Kommentaren würzte, in der Summe pfiff er jedoch ordentlich.

Bruddler des Tages:
"So hell isch di Sonn' au ned", nachdem ein Kickers-Recke nach dem Blick ins Zentralgestirn zurückzuckte.

Spruch des Tages:
"10 Mann reichen", ein Düsseldorfer auf der Tribüne nach dem Abpfiff....leider wahr.


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