Beste äußere Bedinungen, 22 Grad, ein kühles Bier in Reichweite und ein bequemer Bürodrehstuhl, so macht Fußball schauen richtig Spaß. Das Fernsehen bat zum Tanz ins Frankenstadion (das an einem Sonntag durchaus eine Reise wert gewesen wäre) gegen die zur Zeit hervorragenden Nürnberger, die in den letzten Spielen meist zu Null gespielt hatten.
Die ersten 15 Minuten passierte bei entgegenkommender
Schätzung auch Null, keiner traute sich, keiner riskierte was, erst
danach gab es die ersten Chancen.
Und was für eine für die Kickers, Maric alleine
auf und davon, die Abseitsfalle der Nürnberger, mit Zahnweh, schnappte
daneben, doch genau dieselbe Richtung nahm Tomis anschließender Schuß.
Um die 30. Minute gerieten die Schrittmacherpatienten
in Gefahr. Erst faustete Walter, der trotz Verletzung und mit Spritze im
Kasten stand, einen Kopfball weg, Beierle scheiterte mit selbigem und zuletzt
rettete Walter in höchster Not einen Schuß eines Nürnberger
Stürmers zur Ecke. Die Clubberer bekamen die Oberhand und allmählich
mußte man um die Kickers Angst bekommen. Doch die Blauen fingen sich
und schaukelten das 0:0 in die Halbzeit.
Gleich nach Wiederbeginn senste ein Nürnberger freistehend
über den Ball, nur fünf Minuten später machte es ein anderer
besser und die Blauen wurden unsanft und in Rückstand liegend geweckt.
Wie die meisten Gegentore der letzten Zeit war auch dieses völlig
überflüssig und von der Kategorie "Träum süß".
Wilde Schreie erschreckten meine Nachbarn nach einer
Stunde, als Maric wieder alleine auf den Torhüter zusteuerte und leider
wieder genau an derselben Stelle wie in der ersten Halbzeit am Tor vorbeischoß.
Die Nürnberger verlegten sich aufs Kontern und blieben
in Ansätzen gefährlich, bei den Blauen regierte ab der Mittellinie
gnadenlos König Zufall, auch (oder gerade?) die Einwechslung von Toni
Sailer brachte da keine Besserung. Im Gegentum, auch die Nürnberger
hatten ihre 1-gegen-1-Situation vor dem Kickers Tor, doch Walter hielt
zweimal prächtig.
Zur Abwechslung schoß Pechvogel Maric mal aus guter
Position über das Tor, Sebescen knapp daneben. In der letzten Minute
fehlten bei Malchows Schuß ein paar Zentimeter....
Der letzte Biß ging den Kickers ab oder die Nürnberger
ließen einfach nicht mehr zu, einerlei, einen Moment nicht aufgepaßt
und schon greifen die Bettlakenausläufer des Abstiegsgespenstes nach
den Blauen, die gleich am Freitag gegen Freiburg die Scharte auswetzen
können....sollten...müssen...
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Ordentlich, auch wenn er sich einige kleine Merkwürdigkeiten
leistete.