15.2.98: Kickers - VfB Leipzig 2:3, Zuschauer: 3275

Es macht zunehmend weniger Spaß, die Bruddlers zu verfassen, obwohl eigentlich genug Material zum Bruddeln vorhanden wäre. Und deswegen beginnen wir dieses mal mit einer ebenfalls unerfreulichen Sache, nämlich der Telekom. Zunächst im 150 Sekunden-Takt (Freizeit), dann im 90-Sekunden-Takt (Abzock) erzeugten die Spieler auf dem Feld (Eintrittsgebührenpflichtige) Impulse, die allesamt auf dem Zähler "Vergebene klare Torchancen" aufliefen. Maric, Sailer, ein Leipziger und wieder Maric sorgten für viel Turbulenz in der Anfangsphase, jedoch noch nicht für Tore.

Nur wenig später, die Kickers hatten sich gerade ein kleines Bierbäuchle (=Übergewicht) erspielt, griff ein Leipziger ohne Not mit seinen Flossen in eine Flanke, und da er nicht das gelbe Torwartleibchen anhatte, gab es folgerichtig Elfmeter.

Alte Kickers-Krankheiten des Jahres 1997 drifteten in die Erinnerung und Kevric hielt diese wach, in dem er dem Torwart ermöglichte, seinen ersten Schuß zu halten. Er hatte schon auf den "Ich-ärgere-mich-jetzt-grün-und-blau"-Modus umgestellt, als er realisierte, daß es da noch sowas wie Nachschuß gab und er schaffte in der 13. Minute doch noch das 1:0.

Nicht genug der alten Kickers-Krankheiten, jetzt brachen auf dem Feld auch noch die Degerlocher Schlafkrankheit (Schlummerus Blaumensis) und das Waldau-Zufallsgenerator-Fieber (Randomizensis Kickerus) aus. Will sagen, die Blauen schliefen ein, taten wenig, um die Führung auszubauen und man konnte bei bestem Willen kein richtiges System erkennen (lange Bälle auf die Flügel sind noch kein System). Vor allem auf der rechten Seite des Spielfeldes klafften kickersspielerfreie Zonen von der Größe des Hauptbahnhofs (ok, aber Übertreibung IST ein anerkanntes Stilmittel). Die Leipziger probierten es mit Kontern, blieben aber harmlos.
Man roch jedoch, daß etwas passieren würde und nach 36 Minuten brachten die Kickers nach einer Ecke den Ball nicht weg und die Sachsen vollendeten zum Ausgleich.

Die Kickers kamen aufgeputscht vom Zuckergehalt des Pausentees aus der Kabine und vergaben gleich zwei Torchancen (vor allem Maric ist in dieser Disziplin zur Zeit Weltklasse). Danach roch es allerdings nach Düsseldorf, und sogar die Leipziger begriffen, daß hier mehr zu holen war als ein Satz gelber Karten.

Mit zwei sauberen Kontern in der 58. und 63. Minute legten die Leipziger den Grundstein für einen Threepack aus Punkten. Beim ersten Tor wurden sie dabei vom heute schwachen Minkwitz wirkungsvoll unterstützt (Murat Yakin läßt schön grüßen), beim Zweiten muß sich Walter fragen lassen, warum er so wenig Vertrauen in Achim Pfuderer hat und deswegen das kurze Eck offen läßt.

Wolf wechselte Beierle und Carl ein, besser wurde das Gekicke der Degerlocher nicht. Ein gewisses Bemühen konnte man ihnen nicht absprechen, aber "bemüht" ist in der Fachsprache der Zeugnisse die tiefste Narbe, die man hinterlassen kann. Auch die Rote Karte für einen Leipziger nach einer Notbremse brachte wenig, planlos und kopflos rannten die Blauen gegen die Sachsen an, die wenig Mühe hatten, ihr Tor sauber zu halten.

Nach 84 Minuten knackte Maric (endlich) den Riegel und auf einmal rannten die Blauen einen Gang schneller. Neben einer hervorragenden Kopfballchance, die der ausgezeichnete Leipziger Torhüter entschärfte fielen aber in dieser Schlußphase haarsträubende Abspielfehler auf, die die Herzkranken unter den Bruddler zwecks persönlicher Schadensabwehr in Scharen von der Tribüne trieb.

Es half alles nichts und am Ende bleibt die Erkenntnis, daß diese Mannschaft entsprechend ihren derzeitigen Fähigkeiten und ihrer Einstellung auf einem Platz parkt, der zum Provinzfußball in Burghausen berechtigt.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Schiri Wertheim pfiff durchaus wertvoll. Wertlos allerdings sein Assi auf der Tribünenseite, der mit der Abseitsregel offensichtlich größere Schwierigkeiten hatte.

Bruddler des Tages:
"Den Siroggs, den mussr rausdoa, desch doch an Pflägefall."


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