Alles neu vor alter magerer Kulisse (ist halt blöd, wenn in Stuttgart Stadtfest ist). Der neue Stadionsprecher hüpft mit einem Wireless-Mikro auf dem Platz herum (ein Wunder, daß das in Degerloch auf Anhieb funktioniert hat), drohte den Fans für jede Halbzeitpause zukünftig ein Gewinnspiel, den Superschuß, an und verlas dann vor der Fangerade die Aufstellungen (Matze Holtmann und das etwas andere Fußballstadion in Stuttgart lassen grüßen). Neu auch, daß die Mannschaften zu den Klängen von John Williams einmarschiern (den werden die GEMA-Gebühren freuen, aber der Typ ist mit seinem meistverkauften Orchestermusikalbum doch schon reich genug. Das Geld sollte man lieber in einen Stürmer....okok).
Bei hochsommerlichen Temperaturen begannen beide Mannschaften
im immer noch nicht klimatisierten Waldaustadion gemütlich. Doch schon
nach 6 Minuten, die große Schrecksekunde. Flanke in den Strafraum,
ein Pfiff, aber für wen? Elfmeter für die Blauen? Was? Offensichtlich
hatte Marics Probeliegen auf der Strafraummatraze ursächlich damit
zu tun. Doch der Warmduscher-Elfmeter von Adi Kevric bereitete dem Torhüter,
einem promovierten Zeitschinder, keine größeren Probleme. Geht
das jetzt schon wieder, los, hergottzack,
DONNERGROLL!
Die Oberhausener versuchten jetzt das Spiel in den Griff
zu bekommen, was aber an ihrer Spielanlage nach dem Motto "Biedermann sucht
den Ballstifter" und den mangelhaften Lateinkenntnissen (am Strafraum endeten
die Fremdsprachenkenntnisse regelmäßig) scheiterte.
Dann riß Toni Sailer die "Massen" aus dem Schlaf.
Er erlief sich eine zu kurze Rückgabe, spielte den Torhüter aus
und ... traf die Latte des leeren Tores. Vermutlich wird sein Gehalt von
einem Perücken- und Toupetmacher bezahlt, angesichts der vielen gerauften
Haare eine lohnende Investition.
Mutig geworden bestürmten die Oberhausener das Tor
und drei Blaue sahen nach einer Flanke interessiert zu, wie 300 Grashalme
(= 1 Meter) verhinderten, daß der Oberhausener Kopfball ins Tor rauschte.
Nu aber mal Tacheles, Raspe spielte einen wunderschönen
Steilpaß auf Maric und der machte endlich mal alles richtig, 1:0
nach 26 Minuten.
Danach schlief das Spiel ein und dankbarerweise blendete
die tiefstehende Sonne das Spiel ins Dunkle ab. Angriffsversuche der Blauen,
Schußversuche der Blauen, aber wenig zwingendes, von Oberhausen gleich
gar nichts zu sehen.
Nach dem Wechsel das gleiche Bild. Bis zur 67. Minute
passierte außer dem Einschalten des Flutlichts nichts Erhellendes,
doch dann ging's zur Sache. Wieder erlief sich Sailer eine zu kurze Rückgabe,
legte quer auf Chatzis. Doch statt abzuziehen, versuchten er den Ball ins
Tor zu zaubern, was latürnich schief ging. Oberhausen spielte gleich
drauf mal einen Konter und wenn sie nicht so schwach gewesen wären,
hätten sie mit den Löchern in der blauen Abwehr durchaus was
anfangen können. Nichtsdestotrotz, Ramovs Debut als Libero ging in
Ordnung, auch wenn seine Spielweise manchmal etwas lässig wirkte.
Kurz vor Ende kam noch Wülbier zum Betonmischen,
den guten Schluß setzte die Kickers aber doch auf der anderen Seite
des Feldes:
Sebescen und Chatzis fummelten sich an der Seitenlinie
durch, Raspe spielte einen wunderschönen Steilpaß (schon wieder?
Holla!) auf Carl und der vollstreckte zum 2:0. Basta.
Die Blauen sind (hoffentlich) noch nicht in Hochform, Oberhausen muß sich drastisch steigern, wenn sie in der Klasse dauerhaft spielen wollen.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Offensichtlich fehlte dem Steuer-Flash-ROM des Schiedsrichterandroiden
in der ersten Halbzeit das Modul "Ecke_von_Links.dll", in der Halbzeit
wurde er geflasht, danach fehlte allerdings eine Weile die "Ecke_von_Rechts.dll".
Mindestens 6mal verweigerte er einen klaren Eckball. Ansonsten, trotz der
Gestik eines Flugzeugeinweisers verdiente er sich die Note "geht so".
Spruch des Tages:
Dialog zur Einwechslung des Oberhauseners Lars Toborg:
"Au, do kommd mei Bier."
"Joo, Flasche voll für Flasche leer."
Bruddler des Tages:
"Des hanne au no nia gsäha, dr Wüllbier middem
Außarischd."