"Wir alle machen Fehler, Mr. Bond" haucht eine der ausgesuchten
Schönheiten dem englischen Kultagenten zu. Wir alle (Vier alle?) waren
hier nicht ganz 3000 Unentwegte, die bei fast 20 Grad den Weg ins Waldaustadion
gesucht und gefunden hatten. Alle ohne Dauerkarte werden diesen Weg wohl
auch ganz schnell wieder vergessen, denn sie wurden Zeuge der lausigsten,
hilflosesten, unmotiviertesten, zerfahrensten, laschesten, kampfkraftbefreitesten,
verzweifelsten und frustrierensten Leistung der Blauen seit langer Zeit.
Schon nach drei Minuten war jedem klar, daß nichts
zusammen ging. Einfachste Sachen wie Dreimeterpässe landeten im Aus
oder in den Beinen der Krefelder, die eindrucksvoll demonstrierten, warum
man sie nur dann in der Tabelle oben sieht, wenn man selbige herumdreht.
Das Spiel zweier guter Bezirksligamannschaften war geprägt
von Fehlpässen, Mißverständnissen und unbeholfenen Zweikämpfen.
Krefeld sah zunächst etwas gefälliger aus, doch die größte
Torchance hatten die Blauen nach 23 Minuten, als Maric einmal alles richtig
machte, auf Winkler paßte und der freistehend den Ball nicht am Torhüter
vorbeibrachte. Die alte Krankheit eben.
Das Spiel hatte schwach angefangen und ließ im
Verlauf stark nach.
Zur zweiten Halbzeit hatten sich alle schon mit "Es kann
eigentlich nicht mehr schlimmer werden" getröstet, als Maric vom gegnerischen
Torwart, auf den er alleine zustrebte, per Fuß der Ball vom Schlappen
gesaugt wurde. Alle Blauen fragten sich, wie er das gemacht hatte, nur
so ist zu erklären, wie die Krefelder auf der Gegenseite problemlos
einen ihrer Leute acht Meter vor dem Tor mit Unmengen von Zeit ausgestattet
in Schußposition bringen konnten. Nach 53 Minuten also der Rückstand.
Bäumte sich da jemand auf? Wechselte der Trainer
etwa einen Stürmer ein (um sich das zu überlegen, brauchte Paul
Linz nur 13 Minuten)?
Nichts änderte sich. Auch Sailer, Aziz und Carl
brachten das katastrophale Spiel der Kickers nicht auf Vordermann. Zwei
Torchancen in der ganzen zweiten Halbzeit sprechen eine ernüchternd-vernichtende
Sprache. Auf der anderen Seite agierten die Linksrheinischen recht mittelmäßig,
sonst hätten sie heute was für ihr Torkonto tun können.
Sei's drum. Krefeld braucht die Punkte eh nötiger...noch.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Eigentlich halbwegs ordentlich, allerdings braucht sein
tribünenseitiger Assistent dringend eine Auffrischung entweder der
Sehstärke oder der Kenntnis der Abseitsregel. Bayern München
würde bei diesem Assi wohl nie ein Tor erzielen, da Pässe hinter
die Abwehr bei ihm grundsätzlich Abseits zu sein scheinen.
Bruddler des Tages:
"Do däd jo dr Herzberger no besser spiala."
Spruch des Tages:
Ein Krefelder, ein veritabler Glatzkopf, vertritt sich
den Fuß, schreit. Kommentar: "So heddsch amol schreia solla, als
se dir dia Haar gschnidda hend."