Stau auf dem Anfahrtsweg, Matsch auf dem Querweg durch
das Wäldchen vor dem Stadion (hallo liebe Stadtverwaltung!) - schlechte
Vorzeichen? Mitnichten. Der Sekundenzeiger hatte die erste Runde noch nicht
richtig verdaut, da hatte es im Kölner Tor schon eingeschlagen. Flanke
Minkwitz, Ablage Sailer und Carl schiebt die Kugel überlegt ins lange
Eck. Leider mußte er gleich eine Minute später beweisen, daß
dieses Tor auch Zufall hätte sein können, denn er säbelte
frei vor dem Torhüter halb über den Ball. Nach 5 Minuten das
virtuelle 3:0, Sailer verfehlt per Kopf das Tor aus 4m.
Um die Zuschauer nicht zu sehr zu verwirren (können
wir wirkllich mit einer hohen Führung seelisch umgehen?), schalteten
die Kickers zwei Gänge zurück und die Kölner übernahmen
das Kommando. Gefällig spielten sie aber zunächst nur bis zum
Strafraum. Das änderte sich in den folgenden Minuten. In der 23. Minute
hatten die Kölner die dickste Torchance, doch der Ball landete (nach
schlechtem letztem Paß) zum Glück nur am Außennetz.
Nach einer halben Stunde meinte die dritte Gewalt auf
dem Spielfeld auf sich aufmerksam machen zu müssen. Die gelbe Kartenorgie
genügte jedoch nur, um den Zorn der Massen auf den Mann in Grün
zu lenken, aiuch wenn die Entscheidungen (Schwalbe Ramovs statt Elfmeter)
wohl in Ordnung gingen.
Den zweiten Abschnitt läuteten wieder die Kickers
mit einer Großchance ein. Doch wie schon in der ersten Hälfte
brannte das Strohfeuer heftig, aber kurz und die Kölner berannten
mit zunehmender Hartnäckigkeit das Kickers-Tor. Die Zahl der Chancen,
die die Domjünger zwischen der 60. und der 85. Minute verballerten,
reichen (verwertet) anderen Mannschaften zum Aufstieg und in der nächsten
Saison zum UEFA-Pokal-Platz. Walter, ein Abwehrbein (stark: Strogies) und
ein Haufen Unfähigkeit verhinderten den Ausgleich.
Die Unfähigkeit auf der anderen Seite verhinderte
eine frühe Erlösung, vor allem in Gestalt des eingewechselten
Aziz, der gleich zwei riesige Torchancen ausließ. So bibberte das
Publikum bis in die Nachspielzeit, Konter über rechts, Ablage in den
Rücken der Abwehr, Schuß auf den Pfosten und den Abpraller brachte
dann sogar Aziz, dessen zwanzigminütiger Auftritt bis dahin nur als
Frechheit zu bezeichnen war (für einen Konterspieler zu behäbig,
um Ruhe ins Spiel zu bringen viel zu unsicher), im leeren Tor unter.
Die Kickers haben dieses Spiel nur deswegen nicht verloren,
weil die Kölner die zahlreichen Unsicherheiten in der Abwehr dankenswerterweise
nicht wie andere Mannschaften schamlos ausnutzten, sie haben nicht verloren,
weil sie aufopferungsvoll kämpften und sie haben nicht verloren, weil
alle endlich 40 Punkte haben wollten!
Außerdem wurden bei dem Spiel mal wieder alle die
supercoolen Typen bestraft, die 10 Minuten später kommen und dann
fünf Minuten vor dem Abpfiff gehen, die sahen nämlich kein einziges
Tor, hähä.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Naja, kein Heimschiedsrichter. Nicht ganz logisch, was
die gelben Karten anging und das mit dem Abseits gucken wir uns alle nochmal
an. Aber im großen und ganzen war der Auftritt ok.
Bruddler des Tages:
"Adi, du bisch a blende Sau" (als Kevric vom Schiri gelbverdächtig
gelegt wurde)
Spruch des Tages:
Köln-Fan auf der Haupttribüne: "Üben,
üben"
Knurrt einer: "Der soll erstmal üben, wie man die
Schnauze hält."