Eigentlich, wenn es für beide Mannschaften um nichts
mehr geht, könnte man sich ja auf ein gepflegtes Fußballspiel
freuen, wo nicht immer 100% genau markiert wird, wo man nach vorne mal
was probiert, wo beide Mannschaften gelöst und locker den Zuschauern
was bieten...eigentlich.
Was den Zuschauern bei wechselhaftem, aber warmem Wetter
heute von seiten der Blauen geboten wurde, ist mit dem Begriff Frechheit
nur unzureichend zu beschreiben. Hilflos, ideenlos, brotlos und wenn der
Schiri nicht noch Elfmetergeschenke verteilt hätte, hätte das
Spielergebnis sicherlich mit einer Null angefangen.
Doch zunächst sah es nicht so schlecht aus. Die Blauen mühten sich etwas, Marell setzte sich rechts immer wieder gut in Szene und zwei klare Torchancen hätten eigentlich zur Führung reichen können. Doch dann gingen die Blauen in den Sleep-Mode. Die Mainzer bedankten sich in der 30. und 35. Minute mit zwei schnellen Toren. Doch kein Aufbäumen ging durch die Mannschaft von Ralf Vollmer, kein Versuch, dieses peinliche Ergebnis zu korrigieren. Zur Halbzeit schallten schon die ersten "Aufhören"-Rufe durchs Waldau-Viereck.
In der zweiten Halbzeit kein Wandel. Die Kickers bemüht,
aber planlos und nach 75 Minuten schlossen die Mainzer einen Konter mit
einem sehenswerten Schlenzer ab. Im Gegenzug probierte es Maric bei der
besten Kickers-Chance, bei dem Wollen und Können heute weit auseinder
lagen (aber immerhin war Wollen da) ebenfalls mit einem Heber, doch er
verfehlte das Tor doch relativ deutlich.
Als dann Maric im Windschatten seines Gegenspielers silberpfeilsportwagengleich
abhob, durfte Adi Kevric zum Elfmeter antreten, den er sicher verwandelte.
Doch auch die mit Diego Buchwaldscher Eleganz vorgetragenen Vorstöße
von Achim Pfuderer brachten keine weitere Verbesserung des Ergebnisses.
So betrieben die Kickers zum Saisonabschluß also
die beste Werbung für die anstehende Entscheidung zu einer neuen Dauerkarte
und das Spiel paßte auf den Verlauf der Saison eigentlich ganz gut.
Am Anfang hui, man hatte den Eindruck, daß die Blauen sich in der
Spitze festsetzen können. Dann der Blackout (0:6 gegen Karlsruhe)
und den Rest der Saison ging es eher bergab als bergauf.
Bleibt zu hoffen, daß in der kommenden Saison die
Neuzugänge sich gut einführen (gespannt bin ich da auf Blessin
und Weinzierl) und der neue Trainer sich meines Vorschußmißtrauens
als unwürdig erweist.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Paßte sich dem Niveau des Spiels ohne Bruch an.
War aber auch egal.
Bruddler des Tages:
"Lassed en zu de Rode nondr", als Tomi Maric die beste
Chance der Kickers in der zweiten Halbzeit vergeigte.
Spruch des Tages:
"Der Sailer geht für 2 Millionen zum VfB".