16.8.98: Kickers - Fortuna Düsseldorf 1:0, Zuschauer: 4338 (soso, sah aus wie 2800...)

Widrige Umstände hatten die Kickers entict. Für die gespletzten Kevric und Maric rückten Bounoua und Carl in die Startformation. Nachdem der ersten Düsseldorfer Torchance griffen die Kickers auch ohne etatmäßigen Spielmacher munter an. Marell, Minkwitz und Sebescen probierten es immer wieder über die Außenbahnen und in der Mitte verheizten Carl und Sailer, die im Düsseldorfer Strafraum die fast uneingeschränkte Lufthoheit hatten, die Kopfball- und sonstigen Einschußmöglichkeiten wie eine Dampflok die Kohle. Hinten wackelte die Abwehr in der ersten Viertelstunde bedenklich, die Zuordnungen stimmten nicht, doch Walter behielt im Notfall das letzte Wort.
Vorne hatte Toni Sailer einen seiner besseren Tage, nach 15 Minuten spielte er vier Düsseldorfer schwindlig, doch statt selber zu schießen paßte er auf Carl - wieder eine Torchance beim Teufel.
Hinten hatte die Abwehrparadontose ausgespielt, da wackelte nichts mehr. Pfuderer hatte Tare sehr gut im Griff (und zwar über 90 Minuten!), Lesniak fiel mehr durch "Ich-will-zu-Talk-im-Turm"-Diskussionsrunden mit dem Schiri auf und vorne versiebten die Blauen weiter munter ihre Kopfbälle.
Nur durch Standardsituationen kamen die Düsseldorfer gefährlich vors Tor, in der 30. Minute wischte der Luftzug des Balls den Staub von Thomas Walters Handschuhen und 5 min später fiel auch der grobe Dreck ab, als Walter in höchter Not einen Kopfball von der Linie boxte.
Auf der Gegenseite verhinderte Carsten Marells Schwäche, die schon seine Karriere als Basketballspieler  unmöglich gemacht hatte, das 1:0, sein Fuß war für Sailers Hereingabe einfach zu kurz. So beendete der Schiri das muntere Treiben mit drei energischen Pfiffen.

Im Pausentee waren offensichtlich keine leistungsveränderten Substanzen, denn nach 5 Minuten hatte sich das Bild der ersten Halbzeit weiter stabilisiert. Die Kickers hatten drei Torschancen vergeben, nachwievor die besseren Kopfballspieler und Walter verhinderte eine weitere Großchance der Rheinländer.
Nach einer Stunde wurden die Löcher auf dem Spielfeld immer größer, die Kraft zum Zulaufen verdunstete immer schneller in der heißen Augustsonne. Torchancen entstanden nur noch aus Stellungsfehlern nach langen Pässen, in der Regel betrafen die Fehler die Düsseldorfer Abwehrspieler, doch Tore wollten einfach nicht fallen.
Nach 73. Minuten fiel dann doch was und zwar Toni Sailer der Ball  vor die Füße. Toni ist halt am besten, wenn er nur zusammenzucken muß. Cool schob er den Ball ins kurze Eck. Die Erlösung, auch für ihn, der schon mindestens fünf Hochkaräter in diesem Spiel vergeigt hatte.
Die Düsseldorfer versuchten sich gegen die Niederlage zu stemmen, doch das Zentralgestirn hatte den Alt-Akku schon ziemlich ausgelutscht und sie kamen zu keinen zwingenden Torchancen mehr. Dafür vermied Sebescen in der 87. Minute freistehend das psychologisch gefährliche 2:0, er wird wohl erst dann ein Tor erzielen, wenn man den gegnerischen Torwart mit einem fokussierten Flutlichtstrahl in ein Häufchen Asche verwandelt.
Bemerkenswert noch, daß die Düsseldorfer in der 90. Minute einen wegen Verletzung ins Aus gespielten Ball zurückgaben. Das macht bei diesem Spielstand nicht jede Mannschaft (gell, Leverkusen).

Unter Vernachlässigung, daß das Spiel 11:3 hätte ausgehen müssen, hatten die Zuschauer ein munteres Spiel mit dem richtigen Sieger genossen.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Pfiff sehr genau und bemerkenswert souverän. Sein haupttribünenseitiger Assi sollte sich sein Bild als Beispiel übers Bett hängen, was der an Abseitsfehlentscheidungen (zuerst gegen, dann für die Kickers) winkte, hätte sogar in der Landesliga zu Tumulten geführt.
 
Bruddler des Tages:
"Ha, du doch endlich den Sailer raus."
(Toni macht das Tor)
"Jedsd bisch abr froh, dassrn id rausgnomma hod."
"Awa, des kosch doch nemme midagugga."


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