13.9.98: Kickers - FC Gütersloh 2:1, Zuschauer: 5200 (soso, sah immer noch aus wie 2800...)

Widrige Witterungsbedingungen vor dem Spiel, auf den Autor ging sogar ein kleiner Hagelschauer nieder, und lausige Kälte ließen das versprengte Häuflein Kickers-Fans kräftig zittern. Leider bot das Spiel zunächst wenig erwärmendes. Die Kickers, wo fast alle Spieler einen ihrer schwärzeren Tage erwischt zu haben schienen, versuchten in hilfloser und wenig engagierter (Ausnahme wie immer Toni!) Manier die geschickt gestaffelten Gütersloher zu knacken, während sich diese auf schnell vorgetragene Konter beschränkten.Vor allem Sailer und Carl taten sich, unterstützt von ihren eigenen Stockfehlern, schwer sich auch nur die Andeutung einer Torchance zu erarbeiten, aber laut ADM brauchen die Kickers ja keine Stürmer.
Vor allem Carl fiel den Bruddlern auf, als er zum wiederholten Male einen in den Strafraum gespielten Ball bis fast zur Mittellinie zurücklegte. Selber schießen macht glücklich!
An den Fans lag es sicher nicht, denn als sich Kevric mal mit richtig viel Einsatz den Ball an der Mittellinie erkämpfte, da stimmte die Stimmung im Stadion sofort.
Eine Einzelleistung von Spielversuchzumacher Kevric stellte die erste nennenswerte Gefahr für das Westfalentor dar, doch er verzog knapp.
Die größte Chance vergab Toni Sailer in der 38. Minute, als er im Strafraum angespielt wurde, einen Gütersloher aussteigen ließ und, überrascht über die Tatsache, daß ihm das gelungen war, scheiterte am Torwart. Die Bruddler rauften sich die Haare, der Toupetmacher die Hände.
Als die ersten schon gähnend auf dem Weg zum Halbzeitbier waren, zog das Gütersloher Original Willy Landgraf einfach mal aus 20 Metern ab und sogar die Gütersloher staunten sich an, als der Ball den obersten, hintersten, äußersten (und das leider von innen) Winkel des Tornetzes ertastete.

Gleich nach der Pause hätte das Spiel entschieden sein können, doch der präzise Schlenzer verfehlte das Kickers-Tor nur um Zentimeter. Dabei offenbarte sich, daß auch die Abwehr, allen voran Libero Ramovs (den erkannte man gar nicht wieder, ob da sein Zwillingsbruder, der Schachspieler, auf dem Feld stand?), nicht den besten Tag erwischt hatte.
Doch dem Glücklichen schlägt keiner was aus (oder so ähnlich) und so rafften sich die Kickers auf, fuhren einige Angriffe und in der 52. Minute nahm Adi Kevric einen von den Gütersloheren abgewehrten Ball per Dropkick und drosch fast von der gleichen Stelle wie Landgraf die Kugel flach wie Bügeleisen ins lange Eck. Gleich danach verfehlte Sebescen das Tor knapp, irgendwann MUSS er doch mal ein Tor schießen...
Das Spiel jetzt wieder offener und der Herzstillstand näher. Völlig frei setzte ein Gütersloher zum Seitfallzieher an, Walter schon geschlagen, doch Achim Pfuderer brachte noch irgendwie einen Fuß dazwischen. Auf der anderen Seite erspielten sich die Kickers die eine oder andere Chance, doch die Schüsse verfehlten das Tor. Dafür aber verfehlte die Flanke des verbesserten Carl nicht Toni Sailer, der von allen Gütersloher Geistern verlassen wunderschön gegen die Laufrichtung des Torhüters köpfte und so für das 2:1 nach 68 Minuten sorgte.
Nur zwei Minuten später hätte die Führung eliminiert werden müssen. Der erste Gütersloher Schuß wurde noch abgeblockt, beim zweiten tauchte Walter schmerzhaft gleich in zwei Gütersloher Stürmerbeine ein und den dritten Schuß metzelte einer der grünen Gäste mit viel Muskeln und wenig Hirn über das verwaiste Gehäuse.
Für die eine oder andere Schrecksekunde sorgte der heute zittrige Fuß der Blauen in der Schlußphase noch, doch zu zwingenden Chancen kamen die Westdeutschen nicht mehr.

Das Fazit kann nur "Hauptsache gewonnen" lauten, zu schwach spielten die Blauen in der ersten Halbzeit und zuviel Dusel brauchten sie in der zweiten für die drei Punkte. Und solange Toni weiter in fast jedem Spiel trifft, wird ADM weiter behaupten, daß wir keine Stürme brauchen.....

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Kann man eigentlich überhaupt nicht bruddeln. Ab und zu ein merkwürdiges Abseits vom Assi, aber sonst war das eigentlich alles ok...wenn da nicht das heftige Handspiel eines Güterslohers im Strafraum gewesen wäre. Sei's drum.
 
Spruch des Tages:
"Au, das ist ja der Stendel, der von Meppen, dem die Kickers zu popelig gewesen sind."
"Egal, dann steigt er halt mit Gütersloh ab."

Bruddler des Tages:
(lange vor Sailers 2:1) "Des Gekigge vom Toni ko e nemme säha. Ko dr ned sei Dor en dr erschda Minudd macha ond no ausgewäggseld wärra?"


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