Müde begann der Kick unter Flutlicht. TeBe wartete
erst mal ab und bei den Kickers stimmte zunächst wenig. Raspe spielte
unsicher, Chatzis fing nervös an und Malchow hatte offensichtlich
den Hustensaft mit den Schlaftabletten verwechselt (so schlecht kann er
eigentlich gar nicht sein).
Den Berlinern wurden die zaghaften Versuche schnell zu
bunt und nach einer feinen Kombination stand der gerade in der Torschützenliste
ganz oben stehende Aracic völlig frei. Zum Glück war das Kickers-Tor
etwas zu niedrig.
Dann meinte der Schiedsrichter beweisen zu müssen,
daß er das schwache Niveau des Spiels noch locker unterbieten konnte,
doch zum Glück wurde ihm das schnell langweilig.
Nach 35 Minuten hatten die Kickers zwei halbe Chancen
verbosselt als Sailer nach einem starken Einsatz von Carl im Strafraum
völlig frei zum Schuß kam, doch wenn er Zeit zum Nachdenken
hat.....
Das Ende der ersten Halbzeit schnappten sich wieder die
Berliner das Heft und schrieben erst eine Kopie der Sailerchance in den
Spielbericht. Bis zum Pausenpfiff hatten sie noch zwei weitere Torgelegenheiten,
aber die Lizenz zum Toreschießen hatten die Berliner heute zum Glück
nicht erteilt bekommen.
Nach der Pause verkehrte Welt, die Kickers kamen mit leichten
Kabinenwandputzspuren auf den Trikots und voll aufgeladen aus der Kabine.
Gleich zwei fette Torchancen nach wenigen Minuten und die Hauptstädter
standen jetzt heftigst unter Druck. Bis zur 69. Minute kamen sie vielleicht
zu zwei Angriffen auf das blaue Tor. Vergessen die schwache Anfangsphase,
alle Spieler steigerten sich erheblich.
Ganz anders die Kickers. Allen voran Toni Sailer versiebten
die Degerlocher Chance um Chance, ohne Notizblock unmöglich, die alle
aufzuzählen und die Zuschauer begannen sich zu fragen, ob sich das
nicht noch mal rächen würde.
Tat es zunächst nicht. Kevric flankte auf Carl,
der sah Sebescen frei und Zoltan Sebescen, endlich, endlich, endlich, endlich
traf er mal das Tor, das er sich schon lange verdient hatte. 70 Minuten
waren gerade gespielt. Sailer hatte bereits dem neuen Stürmer Aziz
Platz gemacht.
Eine Minute später wackelte die Latte des Kickers-Tores.
Aber nicht durch den Freudenjubel sondern durch das Spielgerät, das
ein Berliner relativ unbedrängt abgefeuert hatte. Lautstark wurde
der Abpfiff gefordert, doch 20 Minuten würde es schon noch dauern.
Die Ex-Insulaner rollten die Ärmel hoch, spuckten in die Hände
und tauschten ihr feines Kombinationsspiel gegen die lange Eisenstange.
Doch hinten kämpften die Kickers, von Adnan Kevric angeführt,
wie die Löwen gegen den drohenden Ausgleich. Die Entlastungsangriffe
brachten immer wieder Luft, aber kein Tor. Am Schluß verließen
die Berliner etwas die Kräfte und so blieben alle Punkte in Degerloch.
Und wenn die Bielefelder die schwachen Oberhausener nicht
so wüst abgeschossen hätten, hätten die Kickers sogar mal
eine Nacht an der Tabellenspitze verbracht.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Schwach. Hatte immer wieder Phasen, wo er plötzlich
hektisch wurde und pfiff dann wild durcheinander. Wenig Unterstützung
von seinen Assistenten.
Spruch des Tages:
Schiri begutachtet den Ball:
"Der ko doch am Ball nigs!"
"Wenn's bloß der Ball wär..."