6.11.98: Kickers - SpVgg Unterhaching 1:0, Zuschauer: 3524

Immerhin drei Zuschauer mehr als letztes Mal wollten den Tabellenführer sehen, bei kaltem, später auch noch nassem Wetter treibt es halt nur die harten Kickers-Fans vor die Tür.
Die, die sich nach Degerloch getraut hatten, sahen eine ziemlich einseitige Partie, schon nach 6 Minuten hatten die Kickers schon zweimal das gemacht, was sie in dieser Saison am besten können, nämlich klare Torchancen vergeben. Die erste Halbzeit bot dann ein an Höhepunkten armes Spiel mit fernsehturmhoch überlegenen Kickers und nicht mal zum Konter motivierten Hachingern, denen das 0:0 offensichtlich völlig genügte. Spiel nach vorne fand bei den Münchner Vorstädtern nicht statt und wenn, dann erschreckend harmlos, daß man sich fragte, wann sie denn das erste Tor ins Kickers-Gehäuse duseln würden.
Doch das Duseln fand nicht statt, die Kickers bemühten sich um Torchancen, ohne wirklich zwingend zu werden.

Die Hachinger kamen zur zweiten Halbzeit wesentlich munterer auf den Platz und erarbeiteten sich ein paar Eckbälle, ohne jedoch wirklich zwingende Chance herauszuarbeiten. Langsam neigte sich das Pendel wieder auf die Seite der Blauen (langweilig das Gebruddel, gell, aber es passierte wirklich nicht viel). Linz wechselte für den hüftsteigen Sailer den hüftsteifen Winkler ein und ersetzte den unauffälligen Marell durch den unauffälligen Bounoua.
Immer wieder frickelten sich die Kickers in die Nähe des Hachinger Tores und immer wieder gelang den geschickt verteidigenden Bayern, den Ball wieder aus dem Strafraum zu befördern, so daß letztenendes der Zufall (oder der Nieselregen) helfen mußte.
Nach einer Flanke ließ in einem Luftkampf mit Maric der Hachinger Torwart den Ball fallen und Winkler drückte das aufs verwaiste Tor trudelnde Leder in der 71. Minute endgültig über die Linie. Nach einem kurzen Zittern, ob der in der zweiten Halbzeit abbauende Schiedsrichter nicht Stürmerfoul pfeifen würde, freute sich das Stadion über die längst verdiente Führung.
Die Hachinger verstärkten jetzt ihre Bemühungen, mal den gegnerischen Strafraum zu erreichen, die Kickers trainierten ein bißchen das Konterspiel. Und das hatten sie auch bitter nötig. Wie sonst ist es zu erklären, daß Winkler eine 4:2-Überlegenheit einfach dadurch entschärfte, daß er den Paß, der ihm nicht galt, abfing und dann noch den anderen Kickersspieler an der weiteren Vorwärtsbewegung hinderte oder daß Maric trotz fünf Meter Vorsprung den Lauf des ihn schnell einholenden Gegners kreuzte statt nach außen auszuweichen.
Hätte der in der zweiten Halbzeit zusammen mit Chatzis beste Kickers, Minkwitz, in der Nachspielzeit nicht alle ihm wichtigen Körperteile in die Waagschale geworfen, hätte sich das katastrophale Konterspiel fast noch gerächt, als ein Unterhachinger im Kickers-Strafraum frei zum Schuß kam.
So aber blieben die Punkte auf der Waldau und die Erkenntnis, daß das Stürmerproblem der Kickers immer noch nicht gelöst ist und wohl auch nicht so leicht zu lösen ist.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
In der ersten Halbzeit souverän, ließ er dann ziemlich nach, pfiff hektisch und ein wenig divenhaft. Z.B. ließ er nach dem Tor den eigentlich  bereiten Maric erst dann aufs Spielfeld als die Hachinger bereits wieder angestoßen hatten. Selbst wenn das so in der Regel steht, jeder 55-jährige Beamte ist flexibler (ok, fast jeder).

Bruddler des Tages:
"Jetzt kommt no Riggawend. No werrad mr besser."
(Zweifelnd) "No bessr?"
 


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