Na, da fängt die Rückrunde ja prima an. Keine
Zuschauer, Temperaturen um den Gefrierpunkt und dann auch noch die Punkte
futsch und das auch noch auf die klassische Kickers-Weise der Saison 99/00,
nämlich dämlich.
Aber eins nach dem anderen. Die Aachener hatten die Winterpause
eindeutig besser überstanden und machten in der Anfangsphase mächtig
Druck. Außerdem trug der für den Luftraum über dem Waldaustadion
zuständige Flugloste ein gelb-schwarzes Leibchen, es mußten
schon fast 20 Minuten vergehen, bis die Blauen mal ein Kopfballduell gewannen.
Zählbares sprang nicht heraus und nach und nach
übernahmen die Kickers das Kommando. Eigentlich sah das teilweise
ganz gefällig aus, was die Blauen spielten, Neuzugang Ziegner konnte
auf der rechten Seite gefallen, Maric und Blessin ackerten im Sturm, nur
vor dem Tor sah das aus wie nach der ersten Lateinstunde: ziemlich schnell
am Ende.
Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit bot sich
Cassio, als der Aachener Torwart ohne Sinn und Verstand seinen Kasten verlassen
und den Ball prompt verloren hatte. Doch aus ca. 30 Metern traf die brasilianische
Bogenlampe das Tornetz nur von oben.
In der zweiten Halbzeit verstärkten die Blauen den
Druck noch mal mächtig und erspielten sich Möglichkeit um Möglichkeit.
Doch meist schossen sie sich im Aachener Strafraum selber ab oder scheiterten
am Torwart. Nur einmal, als der Goalie nur abklatschen konnte, hatte Blessin
die Chance zum Kopfball, doch er strich knapp über das Tor. Die Aachener
legten die etwas ruppigere Gangart ein und warteten geduldig. Zum Beispiel
auf die Auswechslung von Blessin und Ziegner. Wer daheim bei 0:0 einen
Stürmer auswechselt, muß ja wirklich gute Gründe haben.
Und wie das im Waldaustadion so oft geschieht: die Blauen
beherrschen den Gegner und der Gegner beherrscht das Toreschießen.
Hier in Form des Chinesen Xie, der einen langen Paß aufnahm,
einfach schneller rannte als der Blaue Verteidiger, locker den Torwart
ausspielte und dann noch die Ruhe hatte, um gegen den Lauf des Abwehrspielers
den Ball einzuschieben, 0:1 nach 70 Minuten. Bis dahin waren
die Aachener in der zweiten Halbzeit nicht einmal richtig gefährlich
in Erscheinung getreten.
Weil Leiden nur Spaß macht, wenn es richtig weh
tut, legten die Blauen 5 Minuten später noch einen drauf. Klaus
flog im Strafraum genüßlich an einer Ecke vorbei und die Aachener
bedankten sich artig mit dem 0:2.
Weder auf dem Platz noch auf den Rängen war ein
Aufbäumen zu spüren. Mit einem Schulterzucken fügten sich
die Zuschauer in die Niederlage. In der 88. Minute konnte Maric
zwar nochmal das Ergebnis korrigieren (1:2), aber als in der Nachspielzeit
unbedrängt der Ball zweimal ins Aus gehauen wurde, wußte man,
hier ging nichts mehr.
Aachen war nicht besser, aber cleverer und abgeklärter
(Moment, wer war nochmal der Aufsteiger?). Und wenn derKickers-Trainer
in der Stadionzeitung von einer optimalen Vorbereitung spricht, muß
er sich fragen lassen, auf was er sich denn vorbereitet hat? Wenn die Heimspiele
in der Rückrunde nicht gewonnen werden, wird man sich in nicht allzulanger
Zeit fragen, ob der Trainer der letzten Zweitligasaison Feichtenberger,
Feichtenbichler oder Feichtenbaum geheißen hat.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Das wird nichts mehr mit der FIFA-Karriere...beim besten
Willen nicht. Abseitskursus für die Assistenten wäre auch nicht
schlecht.
Bruddler des Tages:
Bruddler1: "Do kommsch bloß her, damid de fir doine
Sinda von dr gandsa Woch biaßa kosch"
Bruddler2: "Du musch des possidiaf säha, s' schdohd
no 0:0"