11.2.00: Kickers - Alemannia Aachen 1:2 (0:0), Zuschauer: ca. 2500

Na, da fängt die Rückrunde ja prima an. Keine Zuschauer, Temperaturen um den Gefrierpunkt und dann auch noch die Punkte futsch und das auch noch auf die klassische Kickers-Weise der Saison 99/00, nämlich dämlich.
Aber eins nach dem anderen. Die Aachener hatten die Winterpause eindeutig besser überstanden und machten in der Anfangsphase mächtig Druck. Außerdem trug der für den Luftraum über dem Waldaustadion zuständige Flugloste ein gelb-schwarzes Leibchen, es mußten schon fast 20 Minuten vergehen, bis die Blauen mal ein Kopfballduell gewannen.
Zählbares sprang nicht heraus und nach und nach übernahmen die Kickers das Kommando. Eigentlich sah das teilweise ganz gefällig aus, was die Blauen spielten, Neuzugang Ziegner konnte auf der rechten Seite gefallen, Maric und Blessin ackerten im Sturm, nur vor dem Tor sah das aus wie nach der ersten Lateinstunde: ziemlich schnell am Ende.
Die beste Möglichkeit der ersten Halbzeit bot sich Cassio, als der Aachener Torwart ohne Sinn und Verstand seinen Kasten verlassen und den Ball prompt verloren hatte. Doch aus ca. 30 Metern traf die brasilianische Bogenlampe das Tornetz nur von oben.

In der zweiten Halbzeit verstärkten die Blauen den Druck noch mal mächtig und erspielten sich Möglichkeit um Möglichkeit. Doch meist schossen sie sich im Aachener Strafraum selber ab oder scheiterten am Torwart. Nur einmal, als der Goalie nur abklatschen konnte, hatte Blessin die Chance zum Kopfball, doch er strich knapp über das Tor. Die Aachener legten die etwas ruppigere Gangart ein und warteten geduldig. Zum Beispiel auf die Auswechslung von Blessin und Ziegner. Wer daheim bei 0:0 einen Stürmer auswechselt, muß ja wirklich gute Gründe haben.
Und wie das im Waldaustadion so oft geschieht: die Blauen beherrschen den Gegner und der Gegner beherrscht das Toreschießen. Hier in Form des Chinesen Xie, der einen langen Paß aufnahm, einfach schneller rannte als der Blaue Verteidiger, locker den Torwart ausspielte und dann noch die Ruhe hatte, um gegen den Lauf des Abwehrspielers den Ball einzuschieben, 0:1 nach 70 Minuten. Bis dahin waren die Aachener in der zweiten Halbzeit nicht einmal richtig gefährlich in Erscheinung getreten.
Weil Leiden nur Spaß macht, wenn es richtig weh tut, legten die Blauen 5 Minuten später noch einen drauf. Klaus flog im Strafraum genüßlich an einer Ecke vorbei und die Aachener bedankten sich artig mit dem 0:2.
Weder auf dem Platz noch auf den Rängen war ein Aufbäumen zu spüren. Mit einem Schulterzucken fügten sich die Zuschauer in die Niederlage. In der 88. Minute konnte Maric zwar nochmal das Ergebnis korrigieren (1:2), aber als in der Nachspielzeit unbedrängt der Ball zweimal ins Aus gehauen wurde, wußte man, hier ging nichts mehr.

Aachen war nicht besser, aber cleverer und abgeklärter (Moment, wer war nochmal der Aufsteiger?). Und wenn derKickers-Trainer in der Stadionzeitung von einer optimalen Vorbereitung spricht, muß er sich fragen lassen, auf was er sich denn vorbereitet hat? Wenn die Heimspiele in der Rückrunde nicht gewonnen werden, wird man sich in nicht allzulanger Zeit fragen, ob der Trainer der letzten Zweitligasaison Feichtenberger, Feichtenbichler oder Feichtenbaum geheißen hat.
 

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Das wird nichts mehr mit der FIFA-Karriere...beim besten Willen nicht. Abseitskursus für die Assistenten wäre auch nicht schlecht.

Bruddler des Tages:
Bruddler1: "Do kommsch bloß her, damid de fir doine Sinda von dr gandsa Woch biaßa kosch"
Bruddler2: "Du musch des possidiaf säha, s' schdohd no 0:0"
 


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