27.2.00: Kickers - 1.FC Köln 1:2 (0:0), Zuschauer: 6339

Hey, klasse, gegenüber dem Bruddler von Aachen hält sich der Änderungsaufwand in Grenzen. Ok, das Wetter war viel besser (der erste richtige Frühlingstag) und es waren viel mehr Zuschauer da (und die waren nicht nur aus Köln), aber der Spielverlauf war praktisch identisch.

Die erste Halbzeit dümpelte etwa 15 Minuten vor sich hin, als die Blauen erstmal das Kommando übernahmen. Binnen 5 Minuten erspielten sie sich zwei große Torchancen, beide Male rannte ein Blauer mehr oder weniger frei aufs Tor zu, doch sowohl Cassio als auch Kevric schossen viel zu schwach und auch noch am Tor vorbei. Kurz danach fummelte sich Maric durch den Strafraum, aber der Riß am Trikot war nicht authentisch genug für einen Elfer.
Von den Kölnern war außer einer Vielzahl von erkämpften Eckbällen herzlich wenig zu sehen. Ziemlich pomadig agierten die Rheinländer, was ihren Trainer Ewald "Ich schreib einen Roman pro Spiel" Lienen sicherlich nicht gefiel.
Auf der anderen Seite bettelte Michael Kümmerle vergeblich eine ganze Halbzeit lang um seine baldige Auswechslung und auch Mustafa Özkan hätte in der Halbzeit besonderer Behandlung durch den Trainer bedurft; hätte er kurz vor der Halbzeit den mutterseelenallein im Strafraum herumfuchtelnden Kevric nicht übersehen, die blaue Führung wäre unvermeidlich gewesen. Die Blauen im ersten Abschnitt also klar besser, aber halt wieder kein Tor.

Nach der Halbzeit bewies Pele Wollitz, daß er langsam doch zum alten Eisen gehört. Einen Totalausfall der Kickers-Abwehr konnte er für einen gemütlichen Marsch zum Torwart nutzen, aber bei Klaus war dann doch Endstation. Das wäre ihm früher nicht passiert. Doch die Kölner konnten sich die Großzügigkeit leisten. Kümmerle bedankte sich nach 57 Minuten für seine Nichtauswechslung, in dem er seinem Gegenspieler den Raum gab, den der benötigte, um die an Freund und Feind vorbeigerauschte Flanke am langen Pfosten über die Linie zu drücken, 0:1.
Die Blauen bissen zurück, aber halt nur mit den dritten Zähnen. Wenig zählbares sprang aus den Aktionen heraus. Einzig Özkan bot eine feine Einzelleistung, doch sein Schuß nach eleganter Annahme fand seinen Meister beim Kölner Keeper. Kümmerle wurde ausgewechselt, zu spät.
Auf der anderen Seite probierten es die Kölner nur noch mit Kontern und wurden dabei auch noch vom sonst guten Bernd Klaus unterstützt. Einen relativ harmlosen Kopfball nach einer langen Flanke boxte der Kickers-Schlußmann ins eigene Tor. Tja, wenn man bei tiefstehender Sonne keine Kappe aufsetzt....., 0:2 (73.)
Wie gegen Aachen also zwei Tore Rückstand in der letzten Viertelstunde und wie gegen Aachen sah das Aufbäumen nicht richtig wie ein Aufbäumen aus. Die Kölner lauerten nur noch auf Konter, vergaben diese aber meist kläglich oder scheiterten an Klaus.
In der 80. Minute wurde Maric im Strafraum umgerissen und der Schiri zeigte auf den Punkt, die Fans schöpften Hoffnung. Maric mußte zweimal das Leder im Netz versenken, bis der schwache Leiter des Spiels zufrieden war, 1:2 und noch 10 Minuten mehr Zeit, das Ergebnis zu korrigieren als gegen Aachen.
Doch die Blauen schafften es wieder nicht. Bei den Kölnern wackelten die Knie ganz gewaltig, doch wieder fehlte der letzte Biß in der Schlußphase, wieder wurden planlose Flanken hinter das Tor geschlagen, wieder schien der Druck des Siegenmüssens die blauen Beine zu lähmen.

Und weil die Tabellennachbarn gerade alle fleißig am Gewinnen sind, wird diese Niederlage wohl der Anfang der Abschiedstournee "Zweite Liga" der Kickers gewesen sein. Es ist irgendwo nicht gerecht, denn die Kölner waren nicht besser, nur cleverer, aber wer nicht trifft, schaut eben im nächsten Jahr nach oben. Trösten können sich die Kickersfans mit der Tatsache, daß, wenn der Toni Sailer bei Sandhausen so weiter trifft, es im nächsten Jahr ein Wiedersehen mit dem ehemaligen blauen Fußballsch^H^H^Hgott geben wird.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Penibel, aber inkonsequent, zeigte mindestens zwei Karten wegen Meckerns, ließ aber einige Sensen hüben wie drüben ungeahndet - der Platz für eine Operndiva ist auf der Bühne, nicht auf dem Rasen.

Bruddler des Tages:
Als die Kölner Fans nach dem 0:1 das "Nie mehr 2. Liga" anstimmen: "Oigedlich sodda mr jedsed midsenga..."

Spruch des Tages:
Nach der Auswechslung von Cassio: "An rächdr Bräsident däd jedsed dr Feichdabeinr auswäggsla."


[Dem Autor die Meinung sagen]    [Mehr Bruddelkommentare][Zur Kickers-Homepage][Zurück zur Homepage]