Das war's also. Das Derby gegen Karlsruhe für die
nächste Saison dürfte gesichert sein.
Gegenüber dem zumindest erfolgreichen Spiel in Oberhausen
hatte Trainer Feichtenbeiner die Abwehr nochmal umgebaut und den hoch gelobten
van de Looi durch Ramovs ersetzt. Bernd Klaus hatte bei seinem Vorbild
Diego Maradona leider nicht die sportlichen Leistungen, sondern eher die
Drogenexzesse kopiert, so daneben habe ich ihn noch nie erlebt. Doch eins
nach dem anderen.
Die Fürther begannen bei schönem Wetter besser
als die Blauen und hätten eigentlich schon nach 5 Minuten führen
müssen, als ein Grüner unbedrängt in die Mitte flankte und
dort ein anderer Grüner unbedrängt über den Ball trat und
so dem bereits am Boden liegenden Klaus die Gelegenheit gab, das Leder
noch zu schnappen. Der Anfangsschwung der Franken erlahmte 10 Minuten und
zwei Torchancen später etwas und dafür bekamen die Kickers ihre
Beine langsam in den Griff und spielten sowas wie Fußball.
Wie aus heiterem Himmel allerdings das 0:1 in
der 20. Minute. Einen langen Ball, den Klaus im Trab erlaufen hätte,
wenn er nicht soviel herumgezaudert hätte (oder wenn er im Gegenlicht
seine Sicht durch eine Mütze verbessert hätte), erwischte ein
Greuther gerade noch rechtzeitig, um ihn um den schlecht postierten Kickers-Torwart
herumzuspirtzeln. Wieder einmal ein Gegentor durch aktive Mithilfe von
Bernd Klaus. Wo ist eigentlich der Sead Ramovic?
Im Gegenzug die Ausgleichschance. Toller Freistoß
von Kevric, den der Greuther Torwart nur noch gegen den Pfosten lenken
kann - und über den Namen des Kickers-Stürmers, der den herrenlos
auf der Torlinie herumtrudelnden Ball verfehlte und stattdessen selber
im Tor landete decken wir lieber das Mäntelchen der Barmherzigkeit.
Im erweiterten Gegenzug das 0:2. Achim Pfuderer,
der total verwachst hatte, legte seinem Gegenspieler eine lange Flanke
geradezu auf den Fuß, der paßte nochmal quer und es klingelte
schon wieder, 25. Minute. Die Schießbude der zweiten Liga,
von Uneingeweihten auch Kickers-Abwehr genannt, hatte mal wieder Glanzvolles
geleistet. Pfuderer wurde in der 30. Minute dann durch Keuler ersetzt.
Überhaupt war die Abwehr heute total daneben. Meistens
deckten zwei Blaue einen Grünen, um dann beide gleichzeitig den ballführenden
Spieler anzugreifen. Nur der Unfähigkeit der Fürther Stürmer
ist es zu verdanken, daß es nicht öfter krachte.
Eher unschuldig war Tomi Maric am 1:2, auch wenn
der Stadionsprecher ihm das Tor andichten wollte. Eine schöne Hereingabe
schoß Maric eher kläglich dem Torwart auf den Bauch, doch der
Abpraller fand billardkugelgleich über zwei Fürther Abwehrspieler
doch noch den Weg ins Tor, 33. Ein klitzekleines Aufbäumen
war bei den Kickers jetzt zu erkennen, doch die Bemühungen dauerten
keine 10 Minuten. Eher folgerichtig fiel noch vor der Pause das 1:3,
44., eine Ecke, und in der Mitte konnte der Fürther Stürmer
an der 5-Meter-Linie unbedrängt von Abwehrspieler oder Torwart den
Ball einnicken.
Die zweite Halbzeit zeigte Trainer Feichtenbeiner am Abgrund
der Dummheit. Der bereits in der ersten Halbzeit angeschlagene Minkwitz
blieb auf dem Feld, dafür wurden Cassio und Özkan von Chatzis
und Carl (wieso immer Carl?) ersetzt. Minkwitz hielt genau zwei Minuten
durch und so spielten die Blauen nur noch zu zehnt. Bravo!
Das Spiel mutierte dadurch zum Trainingsspielchen und
die Fans trieb es reihenweise in die Lethargie. Kein Aufbäumen auf
dem Platz, kein Aufbäumen auf den Rängen.
Der Chronistenpflicht halber noch das 1:4 in der
60.
und das 1:5 in der 83. Minute, die beide aus Greuther Kontern
resultierten. Das 1:5 war noch dadurch begünstigt, daß Carl
in der 75. Minute nach einer rüden Grätsche von hinten an der
Mittellinie ohne Umweg über Gelb vom Feld gestellt wurde. Nicht, daß
es die Mannschaft noch entscheidend geschwächt hätte....
16 bis 17 Punkte müssen noch geholt werden, um den Abstieg in die dritte Liga zu verhindern. Kein Ding der Unmöglichkeit angesichts von 5 ausstehenden Heimspielen. Allerdings glaubt nicht einmal der härteste Optimist angesichts des Auftritts der Mannschaft noch an Wunder. Außer bei Kevric und in Ansätzen Minkwitz und Ziegner war nicht zu erkennen, daß es auf dem Platz irgendeinen interessierte, wie das Spiel enden würde. Dann endet es eben in der dritten Liga.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Pfiff mal kleinlich, mal großzügig, leistete
sich auch einige merkwürdige Entscheidungen, die jedoch keine Mannschaft
entscheidend benachteiligten. Paßte sich dem Niveau des Spiels an.
Bruddler des Tages:
"Können wir uns nicht einer anderen Sportart zuwenden?
Müssen wir immer Sonntags zum Fußball?"
"Das war unsere beste Torchance in der zweiten Halbzeit", als Raspe nach einer Ecke Klaus mit einem scharfen Kopfball prüfte.
"Eigentlich sollten wir dem DFB jetzt ein Fax schicken und 12 Spiele Sperre für Carl beantragen"
Spruch des Tages:
"Daggl, wenn der Linjarichdr gwonka hod, brausch dr Ball
ned uff da Parkbladds haua"