"Wie sollen wir gegen die ein Tor schießen, wenn
nicht der liebe Gott nachhilft", war nach einer halben Stunde zu hören.
Tatsächlich, die Blauen mühten sich, rackerten (zumindest die
meisten, Cassio hatte in der ersten Hälfte nicht viel vom Spiel, um
es höflich zu sagen), aber es sah, abgesehen vom souveränen Ramovic
im Tor, irgendwie hilflos aus. Im Gegensatz dazu standen die Berliner sicher
in der Abwehr, überbrückten, wenn sie den Ball erkämpft
hatten (oder häufiger: durch Fehlpaß geschenkt bekamen) mit
wenigen Zügen schnell das Mittelfeld und brachten den Rasen im Kickers-Strafraum
zum .... glimmen. Ja, vor dem Tor endete die Berliner Herrlichkeit, lediglich
durch eine Einzelaktion kam TB zu einer großen Torchance, doch der
Ball verfehlte das Gehäuse knapp.
Auf der anderen Seite warteten die Zuschauer auf den
himmlischen Beistand, während die Blauen auf dem Rasen den ihren Teil
dazu beizutragen versuchten. Doch beim Versuch blieb es meist. Aus dem
Spiel heraus chancenlos, da blieben nur die Standards. Doch mehr als ein
Kopfball nach einer Viertelstunde sprang nicht heraus. Nur einmal zuckte
das Stadion, als Kevric mit einem Freistoß die Latte traf.
(Beim DSF käme jetzt ne Werbepause, da seht ihr mal, wie gut ihr es hier habt :-)
Die Berliner stellten in der zweiten Hälfte endgültig
jeden Versuch ein, hier drei Punkte mitzunehmen. Sie wollten einfach nicht,
während die Kickers einfach nicht konnten. Sie spielten zwar nach
vorne, aber Ungenauigkeit und Präzisionsmangel sind zur Zeit der Kickers
beste Freunde. Immer wieder wurden viel versprechende Ansätze durch
ein schlechtes Zuspiel zunichte gemacht. Die ersten Zuschauer drohten schon
einzunicken, als der Berliner Torhüter endlich Stimmung in die Partie
brachte. Er foulte Maric auf der Strafraumlinie und sah zunächst mal
folgerichtig rot (eine der wenigen kraß-konkret-korrekten Entscheidungen
des Referees). Doch der folgende Freistoß war leider nicht die richtige
Spielfortsetzung. Naja, hat er wohl nicht gesehen...der Freistoß
brachte den vierten Torhüter der Berliner nicht in Verlegenheit. Dafür
wachte jetzt Adi Kevric auf und auch Cassio hatte irgendjemand offensichtlich
mit frischen Batterien versorgt. Er war es auch, der in der 84. Minute
den Elfmeter herausholte, als der alte Recke Brinkmann sich nur noch mit
einem Foul zu helfen wollte.
Nicht nur Maric heulte nach dem Elfer, wer als Vorletzter
beim Stand von 0:0 so kurz Minuten vor Schluß einen Elfer verschießt
(links neben das Tor) hat auch wirklich allen Grund dazu, egal ob
er Fan oder Spieler ist. Die, die es nicht mehr aushielten, stürmten
verzweifelt aus dem Stadion. Die anderen saßen nur kopfschüttelnd
auf ihren Plätzen. Am Ende der Nerven waren noch 5 Minuten Spiel übrig.
Mehr am Rande bekamen sie Cassios Flanke mit, die mal
wieder an einem Berliner abprallte, irgendwie bei Blessin auf dem Schlappen
landete, der einfach mal abzog, der Ersatz-Ersatz-Torhüter den Ball
nicht festhalten konnte und Maric die Gelegenheit gab, mit dem Abstauber
seine innere Balance wiederzufinden. Da war die reguläre Spielzeit
gerade zu Ende und die Kickers führten 1:0. Aber damit nicht
genug, in die letzten Angriffe der Berliner fiel noch ein Konter, den Blessin
in der 92. Minute zum 2:0 abschloß.
Ein absurdes Finale zu einem bescheidenen Spiel, dessen Verlauf eigentlich wenig Anlaß zur Hoffnung gibt. Das Ende jedoch weckt noch einmal die Degerlocher Fangeister. Endlich wurde so ein Kick mal nicht verloren, sondern gewonnen. Am Ende doch der neue Besen? Wir werden es sehen.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Er und ich haben definitiv nicht dasselbe Spiel gesehen.
Dazu noch ein weitgehend teilnahmslos wirkender Assistent, der immer nur
dann aufwachte, wenn es nichts zu winken gab. Super. Wenn der DFB weiter
Leute dieses Kalibers schickt, wird der Fußball zum Lotteriespiel.
Bruddler des Tages:
"Maric, du bisch der blindeschde uffem Feld", irgendwann
zwischen der 84. und der 90. Minute.
Spruch des Tages:
"Jetzt hemmer endlich an Draihner ond koin Übongsloidr."