26.9.99: Kickers - FC Energie Cottbus 1:0 (0:0), Zuschauer: 3845

Das konnte ja heiter werden. Jede Menge Verletzte bei den Blauen und dann den Tabellenführer zu Gast. Doch verwundert rieben sich die Bruddler die Augen, denn die Kickers ließen die Cottbuser anfangs überhaupt nicht ins Spiel kommen.
Große Aufregung nach 5 Minuten, als die Kickers einen Freistoß wegen einer vom Torwart aufgenommenen Rückgabe im Strafraum bekamen, aber verdaddelten. Nach 12 Minuten hatte der Schiri genug vom ständigen Gemecker des Cottbuser Trainers Geyer und schickte ihn auf die Tribüne.
Die Kickers blieben unbeeindruckt, sie spielten schönen Fußball nach vorne bis zum Strafraum, wo der größte Kickers-Mangel lauerte, der Sturm. Nominell zwar mit zwei Mann besetzt, nämlich Maric und Carl, doch an beiden lief das Spiel weitgehend vorbei. So war es Raspe, der nach 20 Minuten die beste Kickers-Chance bis dahin an den Pfosten setzte.
Endlich lief auch mal was über die rechte Angriffsseite mit Marell. Insgesamt erspielten sich die Kickers ca. 4-5 gute Tormöglichkeiten (und noch ein paar mehr weniger gute) bis zur 35. Minute. Danach ging das Niveau des Spiels etwas in die Knie und Cottbus kam zum ersten vernünftigen Spielzug. Überhaupt blieben die Cottbuser jeden Nachweis schuldig, wie sie es an die Tabellenspitze (vermutlich gegen noch schlechtere Gegener als sie selber) geschafft hatten, eine kümmerliche Torchance in den ersten 45 Minuten.

Nach der Pause kamen die Kickers mit neuem Schwung aus der Kabine. Konnte der Cottbuser Keeper mit einem Blitzreflex in der 53. Minute nach einer schönen Dreierkombination im Strafraum noch parieren, den unvermeidlichen und hochverdienten Führungstreffer konnte er in der 57. Minute nicht mehr verhindern. Einen Freistoß (über dessen Berechtigung man streiten könnte) feuerte Keuler mit aller Kraft wunderschön und haargenau ins rechte obere Tordreieck zum 1:0.
Wie üblich bettelten die Kickers nach dem Führungstreffer erst mal wieder eine Weile um den Ausgleich. In der Abwehr wurde mit dem Ball herumgetändelt, im Sturm wurde der Ball viel zu schnell verloren. Die Cottbuser wurden jetzt deutlich munterer, hatten allerdings außer ihrer körperlichen Überlegenheit nur die Brechstange zu bieten. Immer wieder kamen sie vor den Kickers-Strafraum, ohne sich jedoch wirklich zwingende Torchancen herauszuspielen. Zu ungenau waren die Aktionen der Lausitzer. Daraüberhinaus unterbrachen sie durch dauernde Nicklichkeiten ihren eigenen Spielfluß.
Die Blauen hatten nur noch Konter im Sinn und in der 75. Minute hätte eigentlich die Entscheidung fallen müssen, doch nachdem Marell bereits den Torhüter ausgespielt hatte, verließen ihn Kraft und Mut.
Die letzten Torchance hatten die Ostdeutschen mit einem Kopfball, den der souveräne Klaus entschärfen konnte.

Mit Sicherheit das beste Saisonspiel der Kickers und das beste Heimspiel seit langem. Man muß sich jedoch fragen, ob es irgendwie Gebühren kostet, wenn man mal einen Spieler auswechselt (oder treibt die dann evtl. notwendige Punktprämie den Verein in den Ruin?). Wer ein Konzept mit jungen Spielern aus der Region fahren möchte, darf einen Mann wie Blessin angesichts der Schwäche der Stürmer auf dem Feld nicht erst in der 87. Minute einwechseln.

Die Meinung zum Schiedsrichter:
Die Cottbuser schafften es binnen weniger Minuten durch ständiges Gemecker, den Schiri so zu verärgern, daß er ein bißchen zum Heimschiedsrichter mutierte (so pfiff er in der zweiten Halbzeit bei einer ähnlichen Rückpaßsituation wie in der 5. Minut, diesmal auf Kickers-Seite nicht) . Aus Kickers-Sicht ist ihm das nicht anzukreiden. :->
Ansonten wirkte er nicht immer sicher, aber in der Summe doch ok.

Bruddler des Tages:
Heute konnten nicht mal die eingefleischten Bruddler Munition liefern.

Spruch des Tages:
"Komm hoch auf die Tribüne, aber bring 40 DM mit. Als Begrüßungsgeld" (zum Platzverweis für Cottbus Trainer Geyer)


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