Das konnte ja heiter werden. Jede Menge Verletzte bei
den Blauen und dann den Tabellenführer zu Gast. Doch verwundert rieben
sich die Bruddler die Augen, denn die Kickers ließen die Cottbuser
anfangs überhaupt nicht ins Spiel kommen.
Große Aufregung nach 5 Minuten, als die Kickers
einen Freistoß wegen einer vom Torwart aufgenommenen Rückgabe
im Strafraum bekamen, aber verdaddelten. Nach 12 Minuten hatte der Schiri
genug vom ständigen Gemecker des Cottbuser Trainers Geyer und schickte
ihn auf die Tribüne.
Die Kickers blieben unbeeindruckt, sie spielten schönen
Fußball nach vorne bis zum Strafraum, wo der größte Kickers-Mangel
lauerte, der Sturm. Nominell zwar mit zwei Mann besetzt, nämlich Maric
und Carl, doch an beiden lief das Spiel weitgehend vorbei. So war es Raspe,
der nach 20 Minuten die beste Kickers-Chance bis dahin an den Pfosten setzte.
Endlich lief auch mal was über die rechte Angriffsseite
mit Marell. Insgesamt erspielten sich die Kickers ca. 4-5 gute Tormöglichkeiten
(und noch ein paar mehr weniger gute) bis zur 35. Minute. Danach ging das
Niveau des Spiels etwas in die Knie und Cottbus kam zum ersten vernünftigen
Spielzug. Überhaupt blieben die Cottbuser jeden Nachweis schuldig,
wie sie es an die Tabellenspitze (vermutlich gegen noch schlechtere Gegener
als sie selber) geschafft hatten, eine kümmerliche Torchance in den
ersten 45 Minuten.
Nach der Pause kamen die Kickers mit neuem Schwung aus
der Kabine. Konnte der Cottbuser Keeper mit einem Blitzreflex in der 53.
Minute nach einer schönen Dreierkombination im Strafraum noch parieren,
den unvermeidlichen und hochverdienten Führungstreffer konnte er in
der 57. Minute nicht mehr verhindern. Einen Freistoß (über
dessen Berechtigung man streiten könnte) feuerte Keuler mit
aller Kraft wunderschön und haargenau ins rechte obere Tordreieck
zum 1:0.
Wie üblich bettelten die Kickers nach dem Führungstreffer
erst mal wieder eine Weile um den Ausgleich. In der Abwehr wurde mit dem
Ball herumgetändelt, im Sturm wurde der Ball viel zu schnell verloren.
Die Cottbuser wurden jetzt deutlich munterer, hatten allerdings außer
ihrer körperlichen Überlegenheit nur die Brechstange zu bieten.
Immer wieder kamen sie vor den Kickers-Strafraum, ohne sich jedoch wirklich
zwingende Torchancen herauszuspielen. Zu ungenau waren die Aktionen der
Lausitzer. Daraüberhinaus unterbrachen sie durch dauernde Nicklichkeiten
ihren eigenen Spielfluß.
Die Blauen hatten nur noch Konter im Sinn und in der
75. Minute hätte eigentlich die Entscheidung fallen müssen, doch
nachdem Marell bereits den Torhüter ausgespielt hatte, verließen
ihn Kraft und Mut.
Die letzten Torchance hatten die Ostdeutschen mit einem
Kopfball, den der souveräne Klaus entschärfen konnte.
Mit Sicherheit das beste Saisonspiel der Kickers und das beste Heimspiel seit langem. Man muß sich jedoch fragen, ob es irgendwie Gebühren kostet, wenn man mal einen Spieler auswechselt (oder treibt die dann evtl. notwendige Punktprämie den Verein in den Ruin?). Wer ein Konzept mit jungen Spielern aus der Region fahren möchte, darf einen Mann wie Blessin angesichts der Schwäche der Stürmer auf dem Feld nicht erst in der 87. Minute einwechseln.
Die Meinung zum Schiedsrichter:
Die Cottbuser schafften es binnen weniger Minuten durch
ständiges Gemecker, den Schiri so zu verärgern, daß er
ein bißchen zum Heimschiedsrichter mutierte (so pfiff er in der zweiten
Halbzeit bei einer ähnlichen Rückpaßsituation wie in der
5. Minut, diesmal auf Kickers-Seite nicht) . Aus Kickers-Sicht ist ihm
das nicht anzukreiden. :->
Ansonten wirkte er nicht immer sicher, aber in der Summe
doch ok.
Bruddler des Tages:
Heute konnten nicht mal die eingefleischten Bruddler
Munition liefern.
Spruch des Tages:
"Komm hoch auf die Tribüne, aber bring 40 DM mit.
Als Begrüßungsgeld" (zum Platzverweis für Cottbus Trainer
Geyer)